missio - glauben.leben.geben

missio setzt sich ein für Religionsfreiheit im Sinne des Artikels 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948, des Artikels 18 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (IPbpR) vom 16. Dezember 1966 und der Erklärung Dignitatis humanae des Zweiten Vatikanum über die Religionsfreiheit vom 7. Dezember 1965. Diese hält fest:

„Das Vatikanische Konzil erklärt, dass die menschliche Person das Recht auf religiöse Freiheit hat. Diese Freiheit besteht darin, dass alle Menschen frei sein müssen von jedem Zwang sowohl von Seiten Einzelner wie gesellschaftlicher Gruppen, wie jeglicher menschlichen Gewalt, so dass in religiösen Dingen niemand gezwungen wird, gegen sein Gewissen zu handeln, noch daran gehindert wird, privat und öffentlich, als einzelner oder in Verbindung mit anderen – innerhalb der gebührenden Grenzen – nach seinem Gewissen zu handeln. Ferner erklärt das Konzil, das Recht auf religiöse Freiheit sei in Wahrheit auf die Würde der menschlichen Person selbst gegründet, so wie sie durch das geoffenbarte Wort Gottes und durch die Vernunft selbst erkannt wird. Dieses Recht der menschlichen Person auf religiöse Freiheit muss in der rechtlichen Ordnung der Gesellschaft so anerkannt werden, dass es zum bürgerlichen Recht wird.“

Dignitatis humanae, 2

In den Länderberichten Religionsfreiheit beantworten Expertinnen und Experten die Frage, wie es in einzelnen Ländern um die Religionsfreiheit bestellt ist. Die Berichte liefern länderspezifische Informationen zur Lage eines bedrohten Menschenrechts – nicht nur für politische Entscheider und zivilgesellschaftliche Organisationen.

Einschränkungen der Religionsfreiheit weltweit

Ergebnisse

  1. Afghanistan
    Kontinent Asien
    Einschränkung durch Regierungen:
    Wert: 8.2 | sehr hoch
    Einschränkung durch Gesellschaften:
    Wert: 7.3 | sehr hoch
  2. Ägypten
    Kontinent Afrika
    Einschränkung durch Regierungen:
    Wert: 8.4 | sehr hoch
    Einschränkung durch Gesellschaften:
    Wert: 7.4 | sehr hoch
    Weitere Informationen »
  3. Algerien
    Kontinent Afrika
    Einschränkung durch Regierungen:
    Wert: 7.5 | sehr hoch
    Einschränkung durch Gesellschaften:
    Wert: 4 | hoch
    Weitere Informationen »
  4. Äthiopien
    Kontinent Afrika
    Einschränkung durch Regierungen:
    Wert: 3.7 | moderat
    Einschränkung durch Gesellschaften:
    Wert: 4.3 | hoch
    Weitere Informationen »

Quelle: Pew Research Center: Government Restrictions on Religion Stayed at Peak Levels Globally in 2022, PDF-Datei, 18. Dezember 2024    .

Lesehilfe für den Umgang mit der Karte

Länderbericht Religionsfreiheit (64): Philippinen

Die Philippinen sind ein Land, in dem Religion eine zentrale Rolle spielt. Religiöse Überzeugungen und Institutionen prägen das öffentliche Leben in hohem Maße. Religiöse Akteure, Praktiken und Symbole sind im öffentlichen Raum weit verbreitet und gesellschaftlich anerkannt. Die Verfassung garantiert die Religionsfreiheit und die Trennung von Kirche und Staat. Diese Konstellation bildet den Rahmen, in dem Fragen der Religionsfreiheit auf den Philippinen verhandelt werden.

Bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass Religionsfreiheit auf den Philippinen nicht allein eine rechtliche Frage ist. Sie wird in hohem Maße durch gesellschaftliche und kulturelle Rahmenbedingungen geprägt. Religiöse Überzeugungen prägen politische Debatten und gesellschaftliche Normen, wobei religiöse Akteure als institutionelle Vertreter eine aktive Rolle im öffentlichen Diskurs einnehmen. Zugleich zeigt sich, dass nicht alle Gruppen in gleichem Maße von der Religionsfreiheit profitieren. Religiöse Minderheiten, säkulare Stimmen sowie Menschen mit alternativen Formen von Spiritualität sehen sich immer wieder gesellschaftlichem Druck, rechtlichen Grauzonen oder offenen Anfeindungen ausgesetzt. Auch staatliche Maßnahmen, etwa im Zusammenhang mit Sicherheitspolitik, Pandemiebekämpfung oder Medienregulierung, werfen Fragen nach der Grenze zwischen zulässiger Ordnungspolitik und Eingriffen in die Religions- und Gewissensfreiheit auf.

Besondere Bedeutung kommt zudem den regionalen Spannungen im Süden des Landes zu. Auf Mindanao sind Fragen von Religion, politischer Autonomie, sozialer Ungleichheit und Frieden eng miteinander verknüpft. Trotz wichtiger Fortschritte im Friedensprozess bleiben Herausforderungen für ein gleichberechtigtes und respektvolles Zusammenleben bestehen.

Der Länderbericht nimmt diese Spannungsfelder in den Blick. Er fragt danach, wie Religionsfreiheit auf den Philippinen tatsächlich gelebt wird, wo ihre Grenzen verlaufen und in welchen Kontexten sie geschützt, eingeschränkt oder instrumentalisiert wird. Damit möchte der Bericht zu einem vertieften Verständnis der Rolle von Religion und Religionsfreiheit in einer demokratischen und zugleich stark religiös geprägten Gesellschaft beitragen.
 

Bibliographische Angaben
Medina, Erron C./Dagle, Robbin Charles, Religionsfreiheit: Philippinen
hrsg. vom Internationalen Katholischen Missionswerk missio e.V.
(Länderberichte Religionsfreiheit 64), Aachen 2026
ISSN 2193-4339
missio-Bestell-Nr. 601274    

Länderbericht Religionsfreiheit (63): Laos

vor einem halben Jahrhundert beendete der Pathet Lao durch die Machtergreifung die gemeinsame Koalitionsregierung mit der königlichen laotischen Partei und rief die Demokratische Volksrepublik Laos aus. Aufgrund der sozialistisch-marxistischen Ideologie des Pathet Lao sollte Religion als „Aberglaube des Volkes“ keine Rolle mehr spielen. In der seit mehr als einem halben Jahrtausend durch den Theravāda-Buddhismus und traditionelle ethnische Religionen geprägten Gesellschaft ließ sich Religion trotz staatlicher Unterdrückung nicht ausmerzen. Daher räumte die Regierung den Bürgerinnen und Bürgern 1991 in der Verfassung die Möglichkeit ein, eine Religion zu praktizieren oder auch bewusst keiner Religion anzugehören.

Die Umsetzung dieser Verfassungsgrundlage wird seither unterschiedlich gehandhabt. Da der Buddhismus von der Regierung als Teil des nationalen Erbes angesehen wird, ist zu beobachten, dass buddhistische Feste oder Tempel staatlicherseits beworben werden, um sie als „Zugpferd“ für den Tourismus zu nutzen. Dadurch erfährt der Buddhimus, obwohl er rechtlich auf einer Ebene mit dem Christentum, dem Islam und der Bahá’í-Religion steht, eine politische und gesellschaftliche Bevorzugung, wenn es um die Auslegung rechtlicher Regelungen hinsichtlich der Rolle von Religionen im öffentlichen Leben oder die Errichtung religiöser Bauten geht.

Aufgrund der geringen Zahl von Muslimen bzw. Bahá’í in Laos spielen diese beiden Religionen in der Diskussion über Religionsfreiheit kaum eine Rolle. Anders ist dies beim Christentum, von dem drei Konfessionen staatlich anerkannt sind: die römisch-katholische Kirche, die Laotische Evangelische Kirche (LEC) und die Siebenten-Tags-Adventisten. Die katholische Kirche hat die längste Geschichte in Laos und erfährt deshalb sowie wegen ihres Bemühens um Inkulturation und des Verzichts auf offensive Mission weniger Restriktionen als die LEC. Denn manche Teilkirchen innerhalb der LEC distanzieren sich nicht nur von der laotischen Kultur, sondern haben aufgrund ihrer Konversionsaktivitäten deutlich höhere Zuwachsraten als die katholische Kirche. Dies führt zu Spannungen innerhalb der Gesellschaft und erzeugt Widerstand und allgemeine Vorurteile gegen das Christentum als „fremde“ Religion.

Der Länderbericht analysiert die komplexe Rolle der Religionen in der Demokratischen Volksrepublik Laos, insbesondere im Hinblick auf staatliche Regulierung, Einschränkungen der Religionsfreiheit sowie erste, auch staatlich unterstützte interreligiöse Dialoginitiativen zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Bibliographische Angaben
Hutter, Manfred, Religionsfreiheit: Laos
hrsg. vom Internationalen Katholischen Missionswerk missio e.V.
(Länderberichte Religionsfreiheit 63), Aachen 2026
ISSN 2193-4339
missio-Bestell-Nr. 601273    

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