missio - glauben.leben.geben

In Gebeten und Fürbitten weltweit verbunden

Juli 2021

Nigeria: Ausbildung von Katechistinnen

In Nigeria ist kirchliches Leben ohne Katechisten nicht denkbar. Die Priester leiten offiziell Gemeinden, die bis zu 60 Dörfer umfassen, und spenden die Sakramente. Die Katechisten sind es, die im schulischen Religionsunterricht, in Gemeinden und in Jugendgruppen den Glauben weitergeben und als Seelsorger vor Ort an der Seite der Menschen sind. Sie packen überall mit an, wo Not und Verzweiflung herrschen. So vielfältig ihr Einsatzgebiet ist, so komplex muss ihre Ausbildung sein. Erzbischof Ignatius Kaigama hat als Erzbischof von Jos neue Wege in der Ausbildung von Katechisten in Nigeria beschritten. Er gründete eine Schule, um in der meist von Männern dominierten Gesellschaft Frauen zu Katechistinnen ausbilden zu können. „Hier lernen die Frauen selbstbewusst, friedliches Zusammenleben zwischen den Religionen zu fördern“, erklärt Schwester Biola Elemowu, Leiterin der Katechistinnenschule. Sie fungieren im konfliktreichen Norden Nigerias als Friedensstifterinnen.

Autor: Dr. Michael Becker / missio

Wir beten für sie:

Jesus Christus unser Herr,
du bist das Licht der Welt.
Wir danken dir für
das ermutigende Beispiel
von Menschen wie
Schwester Biola Elemowu
und Erzbischof Ignatius Kaigama.
Sie machen sich für Katechistinnen stark,
für die Weitergabe des Glaubens,
für die Vermittlung des Friedens.
Du gibst diesen Frauen die Kraft,
Widerständen, Anfeindungen
und Gefahren zu begegnen
und ihren Glauben zu leben.
Du stärkst dadurch auch uns im Glauben,
denn wir sehen,
dass Solidarität und Nächstenliebe,
konkrete Früchte tragen.

Amen.

Foto: Hartmut Schwarzbach / missio

August 2021

Pakistan: Verfolgte Christen unterstützen

Zahlreiche Christen und andere religiöse Minderheiten werden in Pakistan verfolgt und diskriminiert. Gottesdienste werden vielerorts von Sicherheitsleuten geschützt, da Anschläge keine Seltenheit sind. Blasphemiegesetze dienen häufig als Vorwand für gewaltsame Übergriffe und Menschenrechtsverletzungen. Der Vorwurf der Blasphemie, etwa bei angeblich abwertenden Äußerungen über den Islam oder den Propheten Mohammed, dient vor allem in privaten Konflikten als Waffe und wird von Islamisten genutzt, um Andersdenkende einzuschüchtern. Lebenslange Haft oder die Todesstrafe drohen Verurteilten.

Die Katholische Kommission für Gerechtigkeit und Frieden dokumentiert Verstöße gegen Menschenrechte und sorgt dafür, dass Betroffene Rechtsbeistand erhalten. Viele Jahre setzten sie sich unter anderem für die Aufhebung des Todesurteils von Asia Bibi ein. Der Freispruch 2018 zeigt, dass sich ihr Einsatz lohnt – aber auch einen sehr langen Atem erfordert.

Autor: Dr. Michael Becker / missio

Wir beten für sie:

Barmherziger Gott,
Du willst, dass die Angehörigen
aller Religionen
sich gegenseitig respektieren
und in Frieden miteinander leben.
Gib den wegen Blasphemie Angeklagten
Mut und Trost.
Lass sie nicht in Verzweiflung fallen.
Schenke ihnen Anwälte,
wie die Mitarbeiter der Katholischen
Kommission für Gerechtigkeit und Frieden.
Sie sind oft der einzige Schutz
vor Willkür und Hass.
Lass uns den Wert unserer
eigenen freien Religionsausübung
immer mehr wertschätzen und
zeige uns, wie wir unseren
Schwestern und Brüdern
wirksam helfen können.

Amen.

Reflexion:

Das Schicksal von Asia Bibi ist international bekannt geworden. Die Katholikin war wegen einer missbräuchlichen Denunziation aufgrund der Blasphemie-Gesetze 2010 zum Tode verurteilt worden. Sie verbrachte insgesamt neun Jahre in der Todeszelle, bis sie und ihre Familie ausreisen konnten. Das Ausmaß der Verzweiflung von Asia Bibi, ihres Ehemanns und ihrer kleinen Kinder, das Gefühl absoluter Ohnmacht und des Ausgeliefertseins kann man kaum ermessen. Doch der Missbrauch des Justizapparats in Pakistan, das vergiftete Klima der Willkür und Rechtslosigkeit, das durch die Anwendung der Blasphemiegesetze geschaffen wurde, geht weiter.

Wo ist Hilfe sichtbar? Wer verteidigt die zu Unrecht Beschuldigten?

missio unterstützt die Katholische Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (CCJP) in Pakistan. Sie ist in der Regel die einzige Möglichkeit für die meist sehr armen Angeklagten, einen Rechtsbeistand zu bekommen und um überhaupt gehört und verteidigt zu werden. Dass dies möglich ist und erfolgreich sein kann, beweist die Tatsache, dass Asia Bibi gerettet wurde und nun frei ihren Glauben bekennen kann, ohne Angst zu haben, dass dies als Blasphemie ausgelegt wird.

 

 

Foto: Hartmut Schwarzbach / missio
Sicherheitsmann in einer katholischen Kirche in Pakistan

Gebetskette „Perlen des Lichts”

Einige tausend Menschen sind Monat für Monat in der Gebetskette Perlen des Lichts miteinander verbunden. Sie teilen dabei die Anliegen unserer Partnerinnen und Partner in Afrika, Asien und Ozeanien, ihre Freuden und Erfolge, ihre Sorgen und Nöte. Umgekehrt sind auch wir in deren Gebet und Fürbitten aufgehoben

Für die monatlichen Gebetskarten gibt es kein festes Ritual. Die einen nehmen sich jeden Tag etwas Zeit dafür, andere kommen nur am Sonntag dazu. Viele beten dazu mit ihren Kindern, in ihrer Ordensgemeinschaft oder im Frauenkreis. Die Mehrzahl aber im stillen Kämmerlein.

Gebetsanliegen der missio-Partnerinnen und -Partner

Vorgestellt wird dabei immer ein Gebetsanliegen, das die Menschen in einem konkreten missio-Projekt besonders bewegt: Friedensinitiativen im Nahen Osten, ein neues Zuhause für Aids-Waisen, ein Selbsthilfe-Projekt für den Lebensunterhalt von Ordensschwestern.

Zu jedem Anliegen gehört eine bestimmte Perle des bunten Armbandes, das eigens für diesen Zweck in Indonesien geknüpft wurde.

Die Gebetskette der „Perlen des Lichts”

Pauline-Marie Jaricot


Mit der Initiative Perlen des Lichts, die 2007 ins Leben gerufen wurde, hat missio ein grundliegendes Anliegen von Marie-Pauline Jaricot aufgegriffen. Die Französin hatte 1822 in Lyon einen Missionsverein gegründet und damit eine weltweite Missionsbewegung gestartet. Sie hat nicht nur um Spenden für die Mission gebeten, sondern gleichzeitig um Gebete für die Missionare.

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