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Schwester Veronicah Njuguna

Verwundete Herzen heilen

Heilend da sein in einer verwundeten Welt – dieses Motto ihres Ordens lebt die Missionsärztliche Schwester Veronicah Njuguna jeden Tag. Die gelernte Krankenschwester engagiert sich für zwei Gruppen, die in einer Millionenstadt wie Nairobi leicht unter die Räder kommen.
Sie betreut Jugendliche auf der Straße, die eigentlich gern zu den kirchlichen Jugendgruppen kamen. Als sie nicht mehr auftauchten, ging Schwester Veronicah ihnen nach. „Sie sahen einfach keinen Sinn mehr in ihrem Leben“, berichtet sie. „Erwachsen werden ist eine echte Herausforderung, und es fehlen Menschen, die sie begleiten.“ Die große Kluft zwischen Armen und Reichen, fehlende Jobs, Alkohol und Drogen – all das treibt viele in die Depression und manche sogar in den Selbstmord.

Für sie gründete Schwester Veronicah „Youpreneurs“. Hier lernen junge Leute ein Handwerk, entdecken ihre Kreativität und engagieren sich für ihr Viertel. Das Ziel: Die eigenen Fähigkeiten zu entdecken und einen passenden Job zu finden.

Die andere Hälfte ihres Herzens gehört den alleinerziehenden Eltern, die mit vielen Problemen kämpfen: Arbeitslosigkeit, prekäre Verhältnisse, die Sorge um die Kinder. Viele haben traumatische Beziehungen hinter sich und erleben nun, dass man sie verachtet und diskriminiert.

„Das Leben in der Stadt ist sehr dynamisch. Es gibt nicht den einen Weg, der für alle passt.“
- Schwester Veronicah Njeri Njuguna

„Sie kamen zu mir und baten um Hilfe. Geld konnte ich ihnen nicht geben“, berichtet die 56-Jährige. Was die Eltern aber genauso dringend brauchten, war Unterstützung in ihrer sozialen Isolation. Die konnte die Ordensschwester, die eine Ausbildung in Psychospiritueller Beratung absolviert hat, anbieten. „Mit ihnen solidarisch zu sein – das ist vielleicht das Wichtigste!“ Auch für die Alleinerziehenden hat sie eine Gruppe in der Umajo-Pfarrei gegründet. Besinnungstage und Workshops geben den Single-Eltern das Gefühl, auch mit ihrer schwierigen Situation in der Kirche willkommen zu sein. „Ich möchte, dass Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenswegen in der Gemeinde mitmachen, frei und ohne Hindernisse“, sagt Schwester Veronicah. Immer mehr Jugendliche und alleinerziehende Eltern kommen jetzt in den Gottesdienst. „Wenn wir ihnen mit Achtung begegnen, ihre Würde respektieren, dann bekommen wir auch positive Reaktionen.“

- Christina Brunner

Schwester Veronicah Njuguna von den Medical Mission Sisters (MMS) in Nairobi in Kenia.

Schwester Veronicah Njuguna

Schwester Veronicah Njuguna

Gast im Monat der Weltmission 2022

  • 29. Sept. – 2. Okt.: Bistum Dresden-Meißen
  • 6. – 9. Oktober: Erzbistum Hamburg
  • 17. – 23. Oktober: Bistum Essen