So., 15. November 2026
Der Welttag der Armen ist ein von Papst Franziskus initiierter Gedenktag, der jährlich am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres begangen wird. Er richtet den Blick der Kirche und der Gesellschaft bewusst auf Menschen, die in Armut, Ausgrenzung und sozialer Benachteiligung leben. Ziel dieses Tages ist es, nicht nur auf strukturelle Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen, sondern auch konkrete Zeichen der Solidarität zu fördern und die persönliche Begegnung mit armen und bedürftigen Menschen zu stärken.
Im Zentrum steht die Einladung, Armut nicht als abstraktes Problem zu betrachten, sondern als eine Realität, die konkrete Gesichter und Geschichten hat. Der Welttag der Armen fordert dazu auf, sich dieser Wirklichkeit nicht zu entziehen, sondern sie bewusst wahrzunehmen und Verantwortung zu übernehmen – sowohl individuell als auch gemeinschaftlich. Dabei geht es nicht allein um materielle Hilfe, sondern auch um Respekt, Würde und Teilhabe.
Der Welttag findet jeweils am 2. Sonntag vor dem 1. Advent statt; dieses Jahr also am 15. November 2026.
Die Botschaft von Papst Leo XIV. zum 10. Welttag der Armen wurde am Samstag, 13. Juni 2026, dem Gedenktag des heiligen Antonius von Padua und des Patrons der Armen, veröffentlicht. Papst Leo ruft zu praktischer Solidarität mit benachteiligten Menschen auf und betont deren unveräußerliche Würde. Er fordert gesellschaftliche Verantwortung und konkrete Maßnahmen gegen Armut. Die Botschaft kann hier im Volltext nachgelesen werden.
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„Du bist meine Hoffnung, Herr und Gott“ (Ps 71,5) lautete das Leitwort des IX. Welttags der Armen, den wir am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres 2025 begingen. Papst Leo XIV. betonte in seiner Botschaft - seine erste zu einem Welttag -, die Armen nicht als Randthema, sondern als Herzstück der christlichen Gemeinschaft zu verstehen. Mit Blick auf das Heilige Jahr 2025, das der verstorbene Papst Franziskus unter das Motto „Pilger der Hoffnung“ gestellt hatte, forderte Papst Leo weiter dazu auf, angesichts der Armut nicht gleichgültig zu bleiben.
Auch in seinem Apostolischen Schreiben Dilexi te wendete sich Papst Leo den Armen zu. Es ist keine bloße Sozialbotschaft, sondern eine theologische Standortbestimmung:
Die Kirche existiert nicht „für die Armen“, sondern mit und aus ihnen.
Papst Franziskus hatte den Welttag der Armen 2017 ins Leben gerufen und ihn dann regelmäßig selbst mit Armen verbracht, gemeinsam Messe gefeiert und gegessen.
„Das Gebet des Armen steigt zu Gott empor.“ (vgl. Sir 21,5) lautete das Leitwort des achten Welttags der Armen, den wir am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres begehen. Papst Franziskus schreibt in seiner Botschaft, dass die Armen einen bevorzugten Platz im Herzen Gottes einnehmen. Gott wird so lange im Angesicht ihres Leidens ungeduldig sein, bis er ihnen Gerechtigkeit widerfahren lässt (Sir 35, 21–22). In durch Kriege verursachter Gewalt ist nichts von dieser Gerechtigkeit zu spüren, durch Waffen gemachte Politik verursacht viele neue Arme, unzählige unschuldige Opfer. Krieg macht arm.