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PRESSEMITTEILUNG

Rauchen im Westen gefährdet Gesundheit in Afrika

Aachen - Weimarer Menschenrechtspreis: missio-Partner Pater Jozef Kuppens und Felicia Monjeza kritisieren Sklaverei auf den Tabakplantagen in Malawi

Übergabe des Weimarer Menschenrechtspreises 2020 in der Deutschen Botschaft in Malawi Foto: missio
Übergabe des Weimarer Menschenrechtspreises 2020 in der Deutschen Botschaft in Malawi an die beiden missio-Partner Pater Jozef Kuppens und Felicia Monjeza. Sie kritisieren Sklaverei auf den Tabakplantagen in Malawi.

„Das Rauchen in der westlichen Welt gefährdet die Gesundheit und Menschenrechte in Afrika“, kritisiert Gundula Gause die Zigarettenindustrie und die westliche Lebensweise in ihrer Laudatio für die Preisträger des Weimarer Menschenrechtspreises 2020. Ausgezeichnet wurden Pater Jozef Kuppens und Felicia Monjeza, Partner des Internationalen Katholischen Missionswerks missio in Aachen, am 10. Dezember in der deutschen Botschaft in Malawi. Sie werden aufgrund der Corona-Pandemie erst im kommenden Jahr persönlich in Weimar sein können.

Auf den Tabakplantagen in Malawi würden ausbeuterische und giftige Arbeitsbedingungen herrschen, erklärte die Fernsehjournalistin „Durch den Hautkontakt mit den Tabakblättern gelangen pro Tag über 50 Milligramm Nikotin in die Körper der Kinder, Frauen und Männer. Experten sagen, das entspreche der Menge von 50 Zigaretten pro Tag“.

Das katholische Hilfswerk missio hatte Partner Pater Jozef Kuppens und Felicia Monjeza für den renommierten Menschenrechtspreis vorgeschlagen. „Die beiden Auszuzeichnenden setzen sich gegen massive Menschenrechtsverletzungen und für die Beendigung von moderner Sklaverei auf Tabakplantagen in Malawi ein“, begründet die Vergabekommission in Weimar ihre Entscheidung. Der missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener wies in seiner nach Afrika übertragenen Grußbotschaft auf die drei zentralen Missstände hin, die die kirchlichen Partner bei der Zigarettenproduktion anprangern. „Erstens die menschenverachtenden und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen auf den Tabakplantagen; zweitens die gesundheitlichen Gefahren durch die toxischen Wirkungen der Tabakblätter für die Arbeiterinnen und Arbeiter und nicht zuletzt die Gefahren für Mädchen und Frauen, auf den Plantagen Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung zu werden“.

Mit konkreten Zahlen dokumentierte Pater Josef Kuppens in seiner Dankesrede die sklavenartige Abhängigkeit der Familien auf den Tabakplantagen. „Der Plantagenbesitzer zahlt einer Familie, die im Schweiße ihres Angesichts schuftet, am Ende des Jahres umgerechnet nicht viel mehr als 40 Euro inklusive der Kinderarbeit“. Tabak aus Malawi gelangt über die Lieferketten auch in europäische Länder. Die Zigarettenindustrie in Deutschland erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Umsatz von 22,5 Milliarden Euro.

Pater Josef Kuppens berichtete, der Widerstand gegen Ausbeutung im globalen Welthandel mit Tabak aus Malawi würde wachsen. „Der Internationale Tabakkonzern Britsh American Tabacco wird von der in London ansässigen Menschenrechtsorganisation ‚Leigh day‘ angeklagt“. Dabei betonte Felicia Monjeza, „wir sind bereit, mehr zu unternehmen für die Menschenrechte, aber wir sind dabei auf internationale Unterstützung angewiesen“.



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Jörg Nowak

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