Transparenz bei missio
Spenden sollen etwas verändern. Doch wie zeigt sich diese Wirkung konkret? Das Beispiel aus Myanmar macht sichtbar, was Unterstützung in einer akuten Krise bewirken kann. Es steht stellvertretend für viele Projekte, die missio gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern vor Ort umsetzt.
Hilfe nach dem schweren Erdbeben in Myanmar
Was Ihre Spende konkret bewirkt
Nach dem schweren Erdbeben im März 2025 stand Myanmar vor einer humanitären Katastrophe, im Bürgerkrieg verschärft durch politische Gewalt und eingeschränkten Zugang für internationale Hilfe. Gemeinsam mit den Schwestern vom Guten Hirten unterstützte missio betroffene Familien schnell und gezielt. Lebensmittel, sauberes Wasser und Hygieneartikel erreichten Menschen, die von einem Moment auf den anderen alles verloren hatten.
Der Film zeigt, wie diese Hilfe vor Ort ankommt. Er dokumentiert die Not sowie die Wirkung der Unterstützung: Entlastung in einer extremen Situation, neue Stabilität im Alltag und das Gefühl, nicht allein gelassen zu werden.
Einsatz gegen Hexenverfolgung in Papua-Neuguinea
In Papua-Neuguinea werden Frauen bis heute als „Hexen“ verfolgt, misshandelt oder getötet. Auslöser sind oft Krankheiten, Todesfälle oder soziale Konflikte, für die Frauen verantwortlich gemacht werden. Schwester Lorena Jenal lebt und arbeitet seit über 40 Jahren in Papua-Neuguinea und stellt sich diesem tief verankerten Hexenwahn entschlossen entgegen. Mit Unterstützung von missio schützt sie bedrohte Frauen, klärt Gemeinden auf und arbeitet mit lokalen Autoritäten daran, Gewalt zu verhindern.
Das Projekt verbindet akute Hilfe mit langfristiger Veränderung. Verfolgte Frauen finden Zuflucht und medizinische Versorgung, während Bildungsarbeit und Aufklärung dazu beitragen, falsche Schuldzuweisungen zu durchbrechen. Durch die kontinuierliche Präsenz vor Ort entsteht Vertrauen, eine zentrale Voraussetzung, um Gewaltstrukturen nachhaltig zu verändern. Die Arbeit von Schwester Lorena zeigt, wie Spenden langfristige Wirkung entfalten können, dort, wo gesellschaftlicher Wandel Zeit, Ausdauer und lokale Verankerung braucht.
Neubeginn und Wiederaufbau in Yola, Nigeria
In Yola im Nordosten Nigerias fanden Familien Zuflucht, die vor der Gewalt der Terrorgruppe Boko Haram fliehen mussten. Jahrelang lebten sie auf dem Gelände der Kirche in Zelten, ohne Aussicht auf ein dauerhaftes Zuhause. Gemeinsam mit dem Bischof von Yola, Stephen Mamza, unterstützte missio den Bau von Häusern für die Geflüchteten. Im April 2021 konnten 86 Familien erstmals in ein eigenes, sicheres Zuhause einziehen.
Doch auch nach diesem Neuanfang blieb die Unterstützung notwendig. Ein schwerer Sturm beschädigte 2025 mehrere Häuser und die Kapelle der Siedlung. missio half gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern vor Ort, die Schäden zu beheben. Das Projekt zeigt, wie Spenden langfristig wirken können: nicht nur durch Hilfe in akuten Notsituationen, sondern durch verlässliche Begleitung über Jahre hinweg - gemeinsam mit lokalen Akteuren, die Verantwortung tragen und an der Seite der Menschen bleiben.
Fragen und Antworten: Transparenz und Kontrolle
Ja. missio arbeitet nach klaren Förderkriterien und verbindlichen Transparenz- und Kontrollstandards. Die Verwendung der Spendengelder wird geprüft, dokumentiert und öffentlich ausgewiesen. Die Projekte werden von regional zuständigen Referentinnen und -referenten begleitet, die im engen Austausch mit den kirchlichen Partnerorganisationen stehen. missio trägt das DZI-Spendensiegel, das bestätigt, dass Mittel verantwortungsvoll eingesetzt werden und Werbung sowie Verwaltung in einem angemessenen Verhältnis stehen.
Im Jahr 2024 betrug der Anteil für Werbung und Verwaltung 17,18 Prozent der im Berichtsjahr verausgabten Mittel. Nach dem Standard des DZI-Spendensiegels gilt dieser Kostenanteil als angemessen. Die Mittel werden eingesetzt, um eine fachlich geprüfte Projektförderung, die regionale Begleitung der Projekte, transparente Berichterstattung, verlässliche Kontrolle und eine korrekte Spendenverarbeitung sicherzustellen. Die detaillierte Aufschlüsselung ist im Jahresbericht öffentlich einsehbar.
missio fördert Projekte, die gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen entwickelt werden und auf konkrete Bedarfe vor Ort reagieren. Die Partner sind frühzeitig in Planung und Entscheidungsprozesse eingebunden. Vor einer Bewilligung werden Ziele, Inhalte, Budget und Umsetzbarkeit sorgfältig geprüft. Entscheidend sind dabei die Wirksamkeit des Projekts, die Erfahrung der Partnerinnen und Partner sowie die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen.
Die Projekte werden während ihrer gesamten Laufzeit begleitet und kontrolliert. Regional zuständige Referentinnen und Referenten stehen in regelmäßigem Austausch mit den Partnerorganisationen und werten Berichte, Abrechnungen und Wirkungsnachweise aus. missio überprüft, ob die Mittel entsprechend der vereinbarten Ziele eingesetzt werden. Wirkungskontrolle ist fester Bestandteil der Projektarbeit.
missio arbeitet eng mit kirchlichen Partnerorganisationen vor Ort zusammen. Diese kennen die lokalen Gegebenheiten, die kulturellen Kontexte und die Bedürfnisse der Menschen. Subsidiarität ist dabei ein zentrales Prinzip: Entscheidungen werden möglichst gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern getroffen, ihre Perspektiven systematisch einbezogen. missio begleitet sie fachlich und sorgt für Transparenz und Rechenschaft gegenüber den Spenderinnen und Spendern.
missio veröffentlicht jährlich ausführliche Jahresberichte mit Informationen zu Projekten, Finanzen und Mittelverwendung. Alle Berichte sind öffentlich zugänglich auf der missio-Website .
Der Weg eines Projektes
1. Projektantrag
Der Projektpartner bzw. die Projektpartnerin stellt den Projektantrag mit einer Empfehlung des Ortsbischofs oder der Ordensleitung, dem Zeitplan, der Schutzpolicy und einem Pastoralplan.
2. Prüfung
Der Regionalreferent bzw. die Regionalreferentin prüft den Antrag.
3. Projektkonferenz
Die Projektkonferenz berät den Antrag und schlägt ihn zur Bewilligung, Bearbeitung oder Ablehnung vor.
4. Projektbeschluss
Der Vorstand fasst den Projektbeschluss und der Projekteigentümer wird informiert.
5. Mittelauszahlung
Die Mittel werden nach Ratenplan ausgezahlt.
6. Zahlungseingang
Der Projektpartner bzw. die Projektpartnerin bestätigt den Eingang der Zahlung.
7. Zwischenbericht
Bei mehrjährigen Projekten sendet die Projektpartnerin bzw. der Projektpartner nach Abschluss der ersten Phase einen Zwischenbericht. Nach Prüfung erfolgt die Freigabe der nächsten Rate.
8. Abschlussbericht
Der Projektpartner bzw. die Projektpartnerin erstellt den narrativen und finanziellen Abschlussbericht.
9. Projektabschluss
Die Berichte werden durch das Referat Auszahlung, Budgetüberwachung, Qualitätssicherung geprüft und das Projekt abgeschlossen. Projekte mit einem Jahresbudget von mehr als 60.000 Euro werden durch von den Partnern initiierte Audits geprüft. Bei Verdacht auf Unstimmigkeiten bei der Mittelverwendung kann missio ein externes Prüfungsunternehmen mit der Prüfung beauftragen.