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PRESSEMITTEILUNG

„Anschlag auf Kirche in Indonesien kommt nicht überraschend“

Katholisches Hilfswerk missio Aachen drückt den Opfern Anteilnahme aus – Islamistische Radikalisierung bedroht traditionelle interreligiöse Toleranz

„Wir drücken den Verletzten und ihren Angehörigen unsere Anteilnahmen aus und wünschen baldige Genesung“, erklärte Johannes Seibel, Sprecher des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio Aachen, nach dem heutigen mutmaßlichen islamistischen Selbstmord-Attentat auf den Palmsonntagsgottesdienst in der Kathedrale der Stadt Makkasar in der indonesischen Provinz Südsulawesi. Berichte sprechen von 14 Verletzten. Noch größerer Schaden konnte verhindert werden, weil lokale Sicherheitskräfte verhinderten, dass die Attentäter in die Kirche vordrangen.

„Für die katholische Kirche und die Christinnen und Christen in Indonesien kommt dieser Anschlag nicht überraschend. Denn der Einfluss radikaler islamistischer Gruppen, die durch Aufenthalte in Saudi-Arabien ideologisiert worden sind, oder an Kämpfen des sogenannten Islamischen Staates in Syrien und dem Irak teilgenommen hatten, steigt seit Jahren“, so Seibel. Dies zeige auch der Länderbericht Religionsfreiheit Indonesien von missio Aachen, der erst vergangene Woche veröffentlicht wurde.

„Gleichzeitig ist in Indonesien die Solidarität der Mehrzahl der Muslime mit der christlichen Minderheit im Alltag und auf lokaler Ebene immer noch spürbar ausgeprägt“, meinte Seibel weiter. Das sei etwa zum zurückliegenden Jahreswechsel in besonderer Weise sichtbar geworden: Sowohl der indonesische Staat als auch zivilgesellschaftliche Organisationen im Land ergriffen während des Weihnachts- und Neujahrsfestes besondere Sicherheitsmaßnahmen, um die Besucherinnen und Besucher christlicher Kirchen zu schützen. In einigen Regionen unterstützte eine große Anzahl muslimischer Jugendlicher zum wiederholten Male die örtlichen Sicherheitskräfte bei der Bewachung christlicher Gotteshäuser. „Deshalb hoffen wir, dass der aktuelle Anschlag in Makkasar nicht sein Ziel erreicht, einen Keil zwischen die muslimische Mehrheitsgesellschaft und die religiösen Minderheiten zu treiben. Er darf die in Indonesien traditionell pflegte interreligiöse Toleranz nicht untergraben“, sagte Seibel.

Allerdings werde diese traditionelle interreligiöse Toleranz seit einigen Jahren auch durch einen vermehrten Missbrauch der indonesischen Blasphemiegesetze für die Unterdrückung der Religions- und Meinungsfreiheit von Angehörigen religiöser Minderheiten missbraucht, wie der neue Länderbericht Religionsfreiheit Indonesien zeige. „Das macht uns Sorgen. Hier muss die indonesische Regierung stärker an ihre Verantwortung erinnert werden“, forderte Seibel.

Rund 87 Prozent der Einwohner Indonesiens sind Muslime. Rund 10,7 Prozent sind Christen.

Der aktuell erschienene Länderbericht Religionsfreiheit Indonesien steht als PDF-Datei zum Download » zur Verfügung..

 



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Johannes Seibel

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