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Pressemitteilung

10. August: Internationaler Tag gegen Hexenwahn

missio ruft zum verstärkten Engagement gegen Menschenrechtsverletzungen im Zeichen des Aberglaubens auf und unterstützt internationale Hilfsprojekte. Zum Thema „Hexenwerk und Teufelsbund“ bereitet das Centre Charlemagne eine Ausstellung vor, die neben der historischen Dimension im Aachener Raum gleichzeitig die aktuelle Situation in Papua-Neuguinea beleuchtet.

Hexenwahn in 44 Ländern: Vier Personen halten eine Weltkarte fest, auf der die 44 Länder rot eingezeichnet sind. Foto: Andreas Herrmann / missio
(v.l.n.r.) Jörg Nowak (stellv. Pressesprecher missio), Dr. Gregor von Fürstenberg (Vizepräsident missio), Lars Neugebauer (Kurator und Mitarbeiter des Kulturbetriebs der Stadt Aachen), Dilara Uygun-Mrozek (Kuratorin und Mitarbeiterin des Kulturbetriebs der Stadt Aachen)

Nach Recherchen des Internationalen Katholischen Missionswerks missio in Aachen sind Menschenrechtsverletzungen durch Aberglauben und Hexenwahn weltweit verbreitet. „In 44 Ländern der Welt laufen Frauen, Kinder und Männer Gefahr, als vermeintliche Hexen oder Hexer stigmatisiert, gefoltert und getötet zu werden”, erklärt Dr. Gregor von Fürstenberg, Vizepräsident von missio Aachen. 

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Hexenwahn am 10. August veröffentlicht missio eine Weltkarte (PDF    ), auf der alle betroffenen Länder verzeichnet sind. Dazu gehören auch Benin, Ghana, Papua-Neuguinea und die Demokratische Republik Kongo. Bei der Recherche griff missio Aachen auf zahlreiche Quellen wie etwa Menschenrechtsorganisationen, wissenschaftliche Studien und Augenzeugenberichte zurück. „Wir dürfen unsere Augen nicht vor diesen Diskriminierungen und Gewaltverbrechen verschließen, die in diesen Ländern Tag für Tag verübt werden”, fordert von Fürstenberg. Auf den dramatischen Anstieg und das weltweite Ausmaß dieser Gewaltverbrechen weisen auch Experten wie Dr. Werner Tschacher. „In den letzten 60 Jahren wurden weltweit mehr Menschen als vermeintliche Hexen und Hexer getötet als in circa 350 Jahren europäischer Hexenjagden zusammen”, erklärt der Historiker, der sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem Thema beschäftigt. Aus diesem Grund richtet missio einen Appell an die Politik, Strafverfolgung und an die Zivilgesellschaft in den betroffenen Ländern, das Engagement gegen Menschenrechtsverletzungen im Zeichen des Aberglaubens zu verstärken. 

In Papua-Neuguinea hat Schwester Lorena Jenal », Projektpartnerin von missio, mit ihrem Team in den vergangenen Jahren 220 Frauen vor dem Foltertod gerettet und einem Schutzzentrum untergebracht. Das Zentrum wurde mit Hilfe von Spenden aus Deutschland und der Schweiz aufgebaut. „Mutige Menschen wie Schwester Lorena verdienen unsere Unterstützung”, sagt der Vizepräsident des Hilfswerks. 

Schockiert über die Menschenrechtsverletzungen zeigen sich Dilara Uygun-Mrozek und Lars Neugebauer, Kuratoren und Mitarbeiter des Kulturbetriebs der Stadt Aachen. „Es ist erschreckend, dass aktuell in 44 Ländern Menschen als angebliche Hexen verfolgt werden. Das ist mit einer der Gründe, warum sich das Centre Charlemagne entschieden hat, die Ausstellung »Mit Feuer zu strafen! Hexenwerk und Teufelsbund im Aachener Raum« zu zeigen. Zu sehen sein werden dort auch Bilder der Fotografin Bettina Flitner aus Papua-Neuguinea, wo sie eine moderne Hexenverfolgung dokumentiert hat”, erklären die Kuratoren über die Ausstellung, die ab dem 4. November 2023 im neuen Stadtmuseum Aachen „Centre Charlemagne”     zu sehen sein wird. Die Fotos, die bis zum 25. Februar 2024 im Aachener Museum ausgestellt werden, entstanden bei einer Reportagereise zu dem missio-Projekt. 

Die missio-Weltkarte zum Thema Hexenwahn weist ebenfalls auf brutale Menschenrechtsverletzungen in dem westafrikanischen Land Benin hin. Dort werden sogar Neugeborene Opfer von Aberglauben und Hexenwahn, wenn sie etwa durch eine Steißgeburt oder eine Frühgeburt im achten Monat zur Welt kommen. Die Zahl acht gilt insbesondere in Nordbenin vielen Menschen als böses Omen. „In einigen Regionen wurde jedes zehnte Baby getötet”, weiß der Franziskaner Père Auguste, ein weiterer Projektpartner von missio und dem Kindermissionswerk Die Sternsinger. Der Ordensmann hat bereits vor den Vereinten Nationen über diese Kindsmorde berichtet und in Benin an einem Gesetz mitgewirkt, das diese verhindern soll. Dank missio und dem Kindermissionswerk konnte Père Auguste zudem ein Kampagnen-Team mit 100 Freiwilligen aufbauen, das in den Dörfern gegen den Aberglauben und Gewalt kämpft. Nach Angaben von Père Auguste ist die Todesrate in den meisten Regionen inzwischen auf ein bis zwei Prozent gesunken.


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