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Pressemitteilung

Militärputsch im Niger auch für Christen gefährlich

Katholisches Hilfswerk missio Aachen befürchtet langfristige Destabilisierung

Frank Kraus, Leiter der Abteilung Ausland www.kommwirt.de
Frank Kraus, Leiter der Abteilung Ausland

Das katholische Hilfswerk missio Aachen befürchtet in Niger nach dem Militärputsch eine langfristige politische Destabilisierung, von der auch die christliche Minderheit betroffen ist. „Zurzeit mag es dort relativ ruhig sein. Unsere Erfahrung mit Militärputschen im Sahel und Afrika aber ist, dass danach die Sicherheitslage immer schlechter wird. Organisierte Kriminalität, unkontrollierte Kämpfe um Rohstoffe, Zunahme der Binnenflucht und Korruption nehmen zu. Das kann für die Menschen sehr gefährlich werden“, sagte Frank Kraus, Leiter der missio-Auslandsabteilung, am Freitag in Aachen.

„Die Kirchen und christliche Organisationen wirkten in der noch jungen Demokratie des Landes aktiv beim Aufbau einer pluralen Zivilgesellschaft und interreligiöser Verständigung mit. Wir hatten die Hoffnung, dass, wenn das in Niger gelingt, ein Vorbild für andere Staaten sein kann. Diese Hoffnung ist enttäuscht“, sagte Kraus.

Die Partnerinnen und Partner von missio stehen an der Seite der verwundbarsten Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt. Sie vertreten ihre Menschenrechte etwa im Kampf gegen Zwangsheirat oder für die Rechte der Frauen. Sie bringen bei lokalen Konflikten die Angehörigen verschiedener Ethnien und Religionen an einen Tisch. „Durch entsprechende staatliche Programme, die von westlichen Staaten oder der Europäischen Union unterstützt wurden, konnten sie relativ unabhängig agieren. Diese Freiheit steht jetzt wieder auf dem Spiel. Das macht uns große Sorgen“, sagte Kraus.

„Viele Projekte der Kirche im Niger werden von Christinnen und Christen aus unterschiedlichsten afrikanischen Ländern unterstützt oder geleitet. Was der Militärputsch für sie bedeutet, ist noch unklar. Wir hoffen, ihre Sicherheit ist nicht gefährdet und sie können bleiben“, so Kraus weiter.


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Johannes Seibel

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