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PRESSEMITTEILUNG

„Verbrechen gegen die Menschlichkeit" (Papst Franziskus): missio-Partner fordern: Moderne Sklaverei mit fairem Welthandel bekämpfen

Internationale Fachkonferenz „Eine Welt. Keine Sklaverei" beendet: Rund 300 Teilnehmende diskutierten mit internationaler Unterstützung über moderne Sklaverei – Petition an die Bundesregierung gestartet

„Allen Formen von moderner Sklaverei entschieden entgegenwirken", das forderten die Teilnehmenden der Internationalen Fachkonferenz „Eine Welt. Keine Sklaverei", die das katholische Hilfswerk missio Aachen am 22./ 23. Juni durchgeführt hat. Unter Schirmherrschaft von Bundesminister Gerd Müller diskutierten rund 300 Teilnehmende aus Afrika, Asien und Europa mit Expertinnen und Experten, darunter Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi. Zudem startete missio die Petition „Meine Stimme gegen Online-Missbrauch", die an die Bundesregierung appelliert, sich gegen Online-Missbrauch von Minderjährigen einzusetzen.

„Afrika füttert die Welt. Wir produzieren Produkte wie Bananen, Kaffee und Kakao, aber wir kriegen nicht einen fairen Lohn dafür. Auch bei Gold und Coltan, die für die Handyproduktion notwendig sind, diktiert der Weltmarkt den Preis, ohne den Einsatz der Menschen bei der Produktion im Kongo zu berücksichtigen. Das ist eine Form moderner Sklaverei", betonte missio-Projektpartnerin Thérèse Mema Mapenzi aus der Demokratischen Republik (DR) Kongo. Die Direktorin des Centre Olame in Bukavu war eine der 19 internationalen Expertinnen und Experten, die während der (Online-) Konferenz verschiedene Formen moderner Sklaverei aufzeigten und anprangerten.

 „Besonders Kinder sind von moderner Sklaverei betroffen", verdeutlichte Schwester Mary John Mananzan aus Manila. Nach UNICEF – Untersuchungen sind auf den Philippinen acht von zehn Kindern durch Online-Missbrauch gefährdet. „85 Prozent der weiblichen Opfer haben zudem einen sexuellen Missbrauch bereits im Kindesalter erlebt", betonte die missio-Projektpartnerin. „Gerade Minderjährige brauchen unseren Schutz und wir müssen Anwälte für ihre Zukunft sein."

Moderne Sklaverei hat heute vielfältige Erscheinungsweisen" (Pfarrer Dirk Bingener)

Die beiden Beispiele sind nur ein Ausschnitt aus den „vielfältigen Erscheinungsweisen moderner Sklaverei", wie missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener betonte. Denn während der zweitägigen Fachkonferenz wurde deutlich, dass beispielsweise auch in der Textilindustrie, bei der Kakao-Ernte oder beim Blumenpflücken Menschen in vielen Ländern der Welt unter sklavenähnlichen Verhältnissen leiden.

Gegen diese Formen moderner Sklaverei wendet sich das katholische Hilfswerk missio mit seiner „Aktion Schutzengel". Unterstützung erhält das päpstliche Missionswerk aus der Politik und von Non-Profit-Organisationen. Bundesminister Gerd Müller, Schirmherr der Konferenz „Eine Welt. Keine Sklaverei", betonte die Wichtigkeit des missio-Engagements, „welches auf den christlichen Werten beruht." Entscheidend sei dabei der Schutz der Würde der Menschen.

„Wir folgen dem Appell von Papst Franziskus und bekämpfen Sklaverei als ‚Verbrechen gegen die Menschlichkeit‘. Dabei erheben wir gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern in Afrika und Asien unsere Stimme", verwies missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener auf die am 22. Juni im Rahmen der Konferenz „Eine Welt. Keine Sklaverei" gestartete Petition gegen Online-Missbrauch Minderjähriger.

Wie wichtig solche Aktionen und das internationale Engagement gegen moderne Sklaverei sind, verdeutlichte Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi aus Indien. „Wir nutzen die Menschen aus und wir können nicht einfach wegwischen oder vergessen. Unglücklicherweise gibt es keine Gesetze, um diese Online-Ausbeutung zu stoppen." Der Friedensnobelpreisträger verdeutlichte dies eindrucksvoll: „Ich habe Kinder gesehen, die Kakao-Bohnen geerntet, aber noch nie Schokolade gegessen haben. Oder Kinder, die Fußbälle nähen aber nur davon träumen können, einmal mit einem richtigen Fußball zu spielen." Dies dürfe nicht weiter zugelassen werden, betonten auch missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener und Bundesminister Gerd Müller in einer Videoschaltung zwischen Aachen, Berlin und Neu-Delhi.   
 
Die missio - Petition „Schützt Kinder vor sexuellem Online-Missbrauch" kann ab sofort digital unterzeichnet werden auf www.missio-hilft.de/schutzengel-petition    .

Hinweis für die Medien:

Weitere Informationen zur Konferenz „Eine Welt. Keine Sklaverei" sind verfügbar auf https://www.missio-hilft.de/mitmachen/aktion-schutzengel/konferenz-eine-welt-keine-sklaverei/    .

Presseinformationen und Pressebilder können hier abgerufen werden: https://www.missio-hilft.de/informieren/presse/pressemitteilungen/    .

Für Rückfragen oder weitere Informationen können Sie sich gerne an Christian Schnaubelt (Tel.: 0241 / 75 07-347, ) in der missio-Pressestelle wenden.


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Jörg Nowak

stv. Leiter der Abteilung Kommunikation & Presse
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