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PRESSEMITTEILUNG

Hexenwahn in 36 Ländern

Aachen - missio stellt Menschenrechtsstudie vor und unterstützt Hilfsprojekte im Kampf gegen Hexenverfolgung

In diesen 36 Ländern leiden Menschen unter Hexenwahn. Grafik: W.W.S.! / missio
In diesen 36 Ländern leiden Menschen unter Hexenwahn.

Das Internationale Katholische Hilfswerk missio Aachen prangert weltweite Menschenrechtsverletzungen unter dem Vorwurf angeblicher Hexerei an. „In 36 Ländern gibt es diesen menschenverachtenden Aberglauben“, erklärt missio-Vizepräsident Dr. Gregor von Fürstenberg ». Dies geht aus einer Weltkarte mit dem Stand August 2020 hervor, die missio in der Menschenrechtsstudie „Hexenwahn in Papua-Neuguinea: Fallstudie Christina“ präsentiert.  

Die Studie von Professor Phil Gibbs rekonstruiert den Fall einer betroffenen Frau aus Papua-Neuguinea. Christina wurde im August 2012 als Hexe beschuldigt und über mehrere Tage gefoltert. Durch einen Trick konnte sich die schwer verletzte Frau aus den Fängen der Folterer befreien. Von der missio-Projektpartnerin Schwester Lorena Jenal » wurde sie in Sicherheit gebracht. Die Studie zeigt auf, wer die Akteure dieser Gewaltverbrechen sind und erklärt Faktoren, die diese Menschenrechtsverletzungen begünstigen. „Die Studie analysiert nicht nur die Problemlage, sondern schaut auch, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um diese Gewalt zu stoppen“, erläutert Katja Nikles, Referentin für Religionsfreiheit und Menschenrechte bei missio Aachen. „Durch die Studie können Opfer der Gewaltverbrechen Gerechtigkeit erfahren“. Der Fall von Christina steht exemplarisch für zehntausende Fälle weltweit. „Wir wollen diesen Hexenwahn beenden und den wehrlosen Opfern eine Stimme geben“ betont von Fürstenberg. Denn die Folterer von Christina befinden sich seit acht Jahren auf freiem Fuß.

Auf das weltweite Ausmaß und den dramatischen Anstieg dieser Gewaltverbrechen weisen auch Experten wie Dr. Werner Tschacher von der Universität Luxemburg hin. „In den letzten 60 Jahren wurden weltweit mehr Menschen als vermeintliche Hexen und Hexer getötet als in circa 350 Jahren europäischer Hexenjagden zusammen“, erklärt der Historiker, der sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem Thema beschäftigt.

Das katholische Hilfswerk missio unterstützt seit vielen Jahren die Arbeit von Projektpartnern in zahlreichen Ländern, die sich diesem Hexenwahn entgegenstellen. Neben Aufklärungsarbeit geht es darum, Schutzräume für misshandelte und verstoßene Frauen sowie Kinder zu schaffen. In Papua-Neuguinea möchte Schwester Lorena Jenal ein Haus der Hoffnung » errichten, in denen Frauen wie Christina Zuflucht finden und neue Perspektiven bekommen. Um auch hierzulande ein Zeichen gegen den Hexenwahn zu setzen und Solidarität mit den Betroffenen zu demonstrieren, ruft missio die Aktion „Meine Stimme für Christina“ » ins Leben.

Weitere Informationen und die Menschenrechtsstudie zum Download finde Sie online unter www.missio-hilft.de/hexenwahn ».



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Jörg Nowak

stv. Abteilungsleiter Kommunikation & Presse
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