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Aachener Gespräche zum Thema Religionsfreiheit

Bei unseremTreffen waren die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), die Salesianer Don Boscos, die Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter (ACAT), Open Doors und Justitia et Pax im Hause missio vertreten.

„Die Religionsfreiheit als Menschenrecht ist in der Krise!“ So drückt es Heiner Bielefeldt, der von 2010 bis 2016 UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit war, bei unterschiedlichen Anlässen immer wieder aus. Damit meint er nicht nur, dass weltweit die Zahl derer steigt, die unter Verletzungen ihrer religiösen Freiheit leiden, sondern auch, dass die Religionsfreiheit selbst in Menschenrechtskreisen zuweilen kritisch beäugt wird. Das liegt sicher daran, dass dieses Freiheitsrecht oft nicht richtig verstanden wird. Religionsfreiheit bedeutet, dass der einzelne Mensch frei ist, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wählen, zu wechseln und dem eigenen Glauben öffentlich und privat, allein und in Gemeinschaft Ausdruck zu verleihen. Eine missverstandene Religionsfreiheit sieht die Religion selbst als zu schützendes Subjekt. Doch darum geht es bei dem individuellen Freiheitrecht nicht. Religionsfreiheit heißt nicht, dass bestimmte Religionen der Kritik enthoben sind oder dass bestimmte religiöse Moralvorstellungen auf die Gesamtgesellschaft übertragen werden können.

In diesem Sinne ist es das Anliegen der „Aachener Gespräche“, ein Netzwerk von Menschen und Organisationen aufzubauen, die im Rahmen ihrer Menschenrechtsarbeit das Thema Religion und Religionsfreiheit als relevant erkennen und stärken möchten. Gemeinsam möchten wir für ein richtiges Verständnis dieses Freiheitsrechts einstehen und die politische Lobbyarbeit voranbringen. missio kann als Fachstelle für Menschenrechte und Religionsfreiheit wichtige Expertise einbringen und auf internationale Netzwerke und erfolgreiche Kampagnenarbeit aufbauen.

Im kommenden Jahr 2020 wird eine nächste Runde der „Aachener Gespräche“ stattfinden, bei der das Netzwerk ausgebaut und konkrete gemeinsame Handlungsoptionen erarbeitet werden.

 


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