missio - glauben.leben.geben

Im Einsatz für die Menschenrechte

Menschenrechte sind ein zentrales Thema für die Kirche und gehören ins Herz eines katholischen Hilfswerks wie missio. „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren,” besagt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. In vielen Ländern aber werden diese Rechte mit Füßen getreten. Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt den Entrechteten, den Armen und Schwachen dieser Welt. Zur Durchsetzung und Wahrung der Menschenrechte für alle setzt sich missio für die Gleichbehandlung aller Menschen, von Frauen und Männern, und für den gleichen Zugang zu Bildung und Erziehung ein.

Um über die Lage der Menschenrechte in unseren Partnerländern zu informieren, publizieren wir in der Reihe „Menschenrechte” Länderstudien, thematische Studien sowie die Ergebnisse von Fachtagungen. Das Anliegen der „Fachstelle Menschenrechte” ist es, die Kenntnis über die Menschenrechtssituation in den Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens zu fördern.

Gespräch mit Bürgerkriegsflüchtlingen auf den Philippinen. Foto: Hartmut Schwarzbach/missio

Aktuell

Menschenrechtsstudie Nr.70: „Religion und Gewalt - Fallstudie Tschad”

Religion und Gewalt - Fallstudie Tschad

Die vorliegende Studie – die dritte im Rahmen des von missio koordinierten Forschungsprojekts über „Religion und Gewalt“ – erforscht die Rolle der Religionen in gewalttätigen Konflikten im Tschad sowie im Zusammenhalt der tschadischen Gesellschaft. Die meisten der ca. 300 befragten Personen sehen die Rolle der Religionen positiv. Allerdings klagen besonders die Christen politische und wirtschaftliche Partizipation ein und wehren sich gegen Tendenzen einiger muslimischer Gruppierungen, den Tschad zu einem muslimischen Staat zu machen. (2018)

Menschenrechtsstudie Nr. 71: „Menschenrechte in Eritrea: Ort der Menschheitsverbrechen oder verkanntes Musterland?”

Menschenrechte in Eritrea: Ort der Menschheitsverbrechen oder verkanntes Musterland?

Solange sich nichts an der Menschenrechtslage ändert, wird die Jugend weiter aus dem Lande fliehen. Mit den Worten der katholischen Bischöfe Eritreas: „Niemand verlässt ein Land, in dem Milch und Honig fließen, um ein Land zu suchen, in dem man dasselbe findet. Es gibt keinen Grund, ein Heimatland zu verlassen, in dem Frieden herrscht, in dem es Arbeitsplätze und Meinungsfreiheit gibt, um Entbehrungen, Einsamkeit und ein Leben im Exil zu erleiden, nur um anderswo bessere Lebensbedingungen zu finden“. (2018)

Zur Lage der Menschenrechte in Äthiopien

Zum einen denken wir bei Äthiopien an eine Nation, die sich erfolgreich gegen die Kolonialisierung durch europäische Mächte zur Wehr setzte und die auf eine lange Kulturgeschichte als unabhängiges Kaiserreich zurückblickt. Wir denken aber auch an ein Land, in dem sowohl das Christentum als auch der Islam kurz nach ihrer Entstehung als Weltreligionen heimisch wurden und in dem Christen und Muslime seit Jahrhunderten Seite an Seite leben. – Die bürgerlichen und politischen Rechte sind stark eingeschränkt, willkürliche Verhaftungen und Folter sind an der Tagesordnung; die Aufstände des Jahres 2016 – eine Reaktion auf das Fehlen demokratischer Mitwirkungsrechte – wurden mit Gewalt niedergeschlagen und der Ausnahmezustand verhängt. (2018)

Die Zukunft des Nahen Ostens, Menschenrechte und Demokratieprozesse

Martin Gehlen analysiert in der hier vorliegenden Menschenrechtsstudie die spezifische Situation in Ägypten, im Irak, in Syrien, in Saudi-Arabien und den Golfstaaten, in Jordanien, im Libanon sowie in den Maghreb-Staaten. Er nimmt die marode arabische Staatenwelt unter die Lupe, beschäftigt sich mit der Zerstörung des polyglotten Menschheitserbes im Orient und geht der Legitimationskrise des modernen Islam auf den Grund. (2018)

Religion und Gewalt in Afrika: Fallstudie Côte d’Ivoire

Die Republik Côte d’Ivoire wurde in den letzten Jahren immer wieder von teilweise gewaltsamen Krisen erschüttert. Der Konflikt zwischen den mehrheitlich christlichen Ivorern und den überwiegend muslimischen Burkinern wurde politisch instrumentalisiert, was für das traditionell gute Verhältnis der beiden Religionen in Côte d’Ivoire zu einer schweren Belastungsprobe wurde. Die Autoren der Studie haben in 381 Interviews die Vorstellungen der Bevölkerung zur Frage von Religion und Gewalt erhoben. (2017)

Bericht über die Menschenrechtslage in Burkina Faso

In dieser Studie untersucht missio die Menschenrechtssituation in Burkina Faso. Demokratische Regierungsführung legt das Augenmerk auf Individuen und auf Bevölkerungsgruppen, um die Entfaltung des Einzelnen und die Entwicklung der Gesellschaft zu fördern. Individuen können ihren Beitrag aber erst leisten, wenn sie in den vollen Genuss ihrer Rechte kommen. Mit anderen Worten: Menschenrechte, Demokratie und Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden. (2017)

Religionsfreiheit aus christlicher Sicht

Nicht zuletzt die Erfahrungen der anhaltenden Christenverfolgung in vielen Ländern machen darauf aufmerksam, wie oft die Würde des Menschen aufgrund seiner religiösen Überzeugung verletzt wird. Religionsfreiheit ist ein universales Menschenrecht, aber auch ein schwer errungenes und stets gefährdetes Gut. Die Autoren dieser Studie zeichnen die Anerkennung der Religionsfreiheit aus christlicher Sicht historisch nach. (2017)

Menschenrechte in Sri Lanka

Seit der Wahl des neuen Präsidenten Maithripala Sirisena zu Beginn des Jahres 2015 schweigen in Sri Lanka die Waffen. Trotzdem beklagen vor allem die im Bürgerkrieg unterlegenen Tamilen weiterhin schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen durch den Staat. Nach wie vor fehlt es an Bemühungen, gemeinsam Wege des Friedens und der Versöhnung zu gehen und der gesamten Bevölkerung ein Leben in voller Achtung ihrer persönlichen Würde zu ermöglichen. (2017)

NROs auf den Philippinen unter Druck

Auf dem Inselstaat in Südostasien starteten offiziellen Angaben zufolge im Dezember 2015 rund 3.000 Menschen einen Protestmarsch gegen die Kriminalisierung und Ermordung von Angehörigen indigener Volksgruppen. In einer öffentlichen Erklärung wiesen die Protestierenden darauf hin, dass diese Morde in Zusammenhang mit der sich ausweitenden Präsenz roh-stofffördernder Konzerne in Mindanao im Süden der Philippinen stehen. Berichte dieser Art gibt es schon seit langem. Bereits 2007 gerieten die Philippinen in den Fokus des UN-Sonderberichterstatters für extralegale, summarische und willkürliche Hinrichtungen. Morde sind jedoch nicht das einzige Mittel, mit dem kritische Stimmen auf den Philippinen zum Schweigen gebracht werden. Auch mittels Kriminalisierung, Behördenwillkür oder Stigmatisierung wird versucht, den Aktionsraum von Nichtregierungsorganisationen (NROs) und Bürgerbewegungen zu beschränken. (2016)

Religiöser Extremismus und Gewalt in Tansania – Eine Fallstudie

Tansania wird von seinen Bewohnern und Politikern gerne als das „Land des Friedens“ bezeichnet, und in der Tat sind dem Land in seiner Geschichte größere blutige Konflikte und ethnische Auseinandersetzungen in weiten Teilen erspart geblieben. Doch in jüngster Zeit gab es vermehrt negative Schlagzeilen von Gewalt im Land, etwa über den Anschlag auf die amerikanische Botschaft, aber auch über immer wieder aufflammende Konflikte in Städten wie Moshi und Daressalaam sowie über religiöse Spannungen, insbesondere auf der Insel Sansibar. Die vorliegende Studie untersucht den Zusammenhang von Gewalt und Religion am Beispiel verschiedener konfliktiver Situationen und Fragestellungen in Tansania. (2016)

Frauenrechte sind auch Menschenrechte – Zur Lage von Mädchen und Frauen in Tansania

Obwohl sie gesetzlich gleichgestellt sind, werden Frauen in der Realität gegenüber Männern massiv benachteiligt. Sexuelle Übergriffe sind in Tansania ein alltägliches Phänomen, ohne dass die Täter ernsthaft mit einer Bestrafung rechnen müssen. Vergewaltigte Frauen werden von ihrer Umgebung gemieden und in vielen Fällen von ihren Familien verstoßen. Die sozialen Freiheiten der Frauen sind gegenüber denen der Männer eingeschränkt. In der patriarchal geprägten tansanischen Gesellschaft können Frauen nur schwer ihre gesetzlich verbrieften Rechte durchsetzen, wie zum Beispiel bei Erbschaften, der Geschäftsfähigkeit, in der Bildung, oder dem Recht auf körperliche Unversehrtheit und sexueller Selbstbestimmung. So werden in einigen Regionen Tansanias noch immer Frauen und Mädchen beschnitten. – Die Studie untersucht neben der Situation von Frauen und Mädchen auch die älterer Menschen in Tansania. Dabei geht die Autorin nicht nur auf Probleme und Herausforderungen der tansanischen Gesellschaft ein, sondern stellt auch neue Ansätze vor, um die Benachteiligung der Frauen und älteren Menschen zu überwinden. (2016)

Die ägyptische Verfassung von 2014 – eine Einordnung. Innenansichten aus Ägypten

Ägypten befindet sich seit dem Sturz von Hosni Mubarak im Jahr 2011 in einer anhaltenden Staatskrise. 2012 wurde Muhammad Mursi, führendes Mitglied der Muslimbrüder, der erste demokratisch gewählte Staatspräsident Ägyptens. Unter seiner Präsidentschaft wurde mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung begonnen, die 2013 in Kraft trat und stark von den Ideen islamistischer Gruppierungen geprägt war. Die Verfassung sollte das gespaltene Land wieder einigen und befrieden, jedoch hat seit dem erfolgreichen Referendum im Januar 2014 und der damit verbundenen Verabschiedung der Verfassung die Gewalt in Ägypten zugenommen. Die jüngsten Entwicklungen in dem nordafrikanischen Land zeigen, dass Präsident as-Sisi seine Macht dauerhaft festigen möchte und rigoros gegen jede freiheitliche wie demokratische Bestrebung vorgeht. – Die Ihnen vorliegende Studie stellt die Entstehungsgeschichte der Verfassung dar und zeichnet die Diskussionen sowie die Auseinandersetzungen um ihre inhaltliche Ausgestaltung nach. (2016)

Muslimisch-christliche Beziehungen auf Sansibar im Wahljahr 2015 – Religionspolitik und interreligiöse Spannungen

Die Vereinigte Republik Tansania ist jenes Land im östlichen Afrika, das bisher für seine relative politische und wirtschaftliche Stabilität bekannt ist. Trotz des guten Rufes, den das ostafrikanische Land genießt, zeigen sich auch in Tansania Spannungen und Konflikte im sozialen Gefüge, bei denen immer auch religiöse Stimmungen und Interessen mitschwingen oder angeführt werden. Wie die Studie deutlich macht, ist das Verhältnis vom christlich dominierten Festlandtansania zum überwiegend muslimischen geprägten Sansibar ein neuralgischer Punkt für ein weiterhin friedliches Zusammenleben der Menschen in Tansania. (2015)

Cover Menschenrechtsstudie 59

DR Kongo: Der Krieg, die Frauen und unsere Handys

Krieg, Kindersoldaten, Korruption, Ausbeutung und Massenvergewaltigungen: Diese Negativschlagzeilen stehen zumeist im Mittelpunkt der Medien und öffentlichen Wahrnehmung, wenn es um die Demokratische Republik Kongo geht. Hinzu kommt, dass der zentralafrikanische Staat zu den ärmsten Länder der Welt zählt, wie aus dem „Human Development Index“ der Vereinten Nationen hervorgeht. Millionen Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht vor Gewalt und Not. – Die Autor/-innen dieser Studie leisten einen Beitrag zur Beantwortung der Frage, wie die Friedensmission für den Kongo langfristig erfolgreich sein kann. (2015)

Die pakistanische Kirche verstehen

Fachkonferenz, Loyola Hall, Lahore, Pakistan, 8.-10. Januar 2014

In der Menschenrechtsstudie „Die pakistanische Kirche verstehen“ sind die Tagungsbeiträge einer Konferenz enthalten, die von missio gemeinsam mit der pakistanischen Kirche im Januar 2014 in Lahore veranstaltet worden ist. Referenten aus Pakistan informierten unter anderem über ihre Dialogarbeit sowie über Fragen der Religionsfreiheit. – Die Konferenz erfüllte eine wichtige Aufgabe, denn die katholische Kirche in Pakistan steht vor großen Herausforderungen: Die Christen bilden mit etwa zwei Prozent Bevölkerungsanteil eine Minderheit in dem südasiatischen, muslimischgeprägten Land, das vor einer schwierigen politischen Zukunft steht. Anschläge islamistischer Extremisten (wie den Taliban) und Versuche fundamentalistischer Kräfte, die Gesellschaft zu spalten, erschüttern das Land. In dieser Situation sieht sich die pakistanische Kirche als eine prophetische Kirche herausgefordert. (2014)

Bericht über Zwangsehen und Zwangskonversionen von Christen in Pakistan

Die Studie der pakistanischen Menschenrechtsorganisation „Movement for Solidarity and Peace“ (MSP) analysiert die Hintergründe der beiden (neben den perfiden „Blasphemiegesetzen) schlimmsten Menschenrechtsverletzungen in Pakistan: Zwangsheiraten und Zwangsbekehrungen von Christen. Pakistans Staatsgründer, Mohammed Ali Jinnah, hatte versprochen, einen säkularen und liberalen Staat zu schaffen, in dem alle Religionen ohne Diskriminierung nebeneinander bestehen können. Dies ist auch in der Verfassung des Landes verbrieft. Doch seit dem Regime von General Zia-ul-Haq, der in den 1980er Jahren die hoch problematischen „Blasphemiegesetze“ einführte, hat Pakistan den Weg der islamistischen Radikalisierung beschritten. Religiöse Minderheiten sind in ihrer Existenz ernsthaft bedroht. (2014)

Die Situation der koptisch-orthodoxen Kirche in Ägypten

Die Kopten zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Zwischen Akzeptanz und Ablehnung

Die Lebenssituation der koptischen Christen ist geprägt durch zahlreiche Einschränkungen und religiös motivierte Angriffe. Besonders leiden die Christen Ägyptens unter gewalttätigen Übergriffen von Extremisten auf kirchliche Einrichtungen und staatlichen Behinderungen bei der Genehmigungen neuer Kirchenbauten. Auch werden Christen in Ägypten oft bei der Berufswahl benachteiligt. Dies sind nur einige Beispiele, die das Leben vieler Christen in Ägypten erschweren. – Die Menschenrechtsstudie bietet eine Analyse über die Beeinträchtigungen von koptischen Christen in Ägypten in den Jahren 2000 bis 2010. (2014)

Die Situation der Christen im Nahen Osten

Fachkonferenz im Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim, 3. Mai 2013

Die Menschenrechtsstudie ist das Ergebnis einer Fachkonferenz, die von missio Aachen und der Katholischen Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Jahr 2013 gemeinsam im Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim veranstaltet wurde. Expert/-innen berichten über die Lage in Syrien, im Irak, und in Ägypten und informieren über das Dilemma, in dem sich viele der Christ/-innen dort befinden: Sollen sie ihre Heimat angesichts der kritischen Lage verlassen oder sollen sie ausharren? Auch das Thema der christlichen Flüchtlinge in Deutschland wird in mehreren Beiträgen thematisiert. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Zusammenleben der verschiedenen Religionsgemeinschaften und der Religionsfreiheit. (2014)

Christen in Ägypten – Die wachsende Kluft zwischen Islamisten und Nicht-Islamisten

Im Sommer 2012 mussten die ägyptischen Christen die Zerstörung vieler ihrer Kirchen und Einrichtungen miterleben. Es waren bis dahin die schwersten christenfeindlichen Ausschreitungen der letzten 700 Jahre. Welchen Schmerz und welche Angst dies bei den Christen auslöste, ist nur schwer in Worte zu fassen. Das Erlebte treibt viele von ihnen in die Emigration. Aus persönlicher Sicht ist das nachvollziehbar; gleichzeitig verschärft dieser Exodus die Lage der koptischen Kirche in Ägypten. Die Christen wurden zum Spielball im Kampf zwischen Islamisten und Nicht-Islamisten. Entstanden ist ein Teufelskreis gegenseitigen Misstrauens und der Gewalt, der nur durch Dialog durchbrochen werden kann. Ein Dialog ist in Ägypten nötiger denn je. (2013)

Die Entstehung der neuen ägyptischen Verfassung – Analyse und Bewertung

Die Studie beschreibt den Prozess, der zur ägyptischen Verfassung vom Dezember 2012 führte. Inzwischen wurde der damalige Präsident Mohammed Mursi von der Armee gestürzt und die Verfassung wurde am 4. Juli 2013 außer Kraft gesetzt. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Überarbeitung der Verfassung für die Zeit nach Mursi auf der Basis der Fassung vom Dezember 2012 erfolgen wird. Die ägyptische Dezember-Verfassung ist das Ergebnis eines Machtkampfes, in dem die islamistischen Parteien vom Ergebnis der ersten freien Parlamentswahlen nach der Revolution profitierten. Deutlich sichtbar trägt sie weniger autokratische Züge als jede frühere ägyptische Verfassung, weil sie die Macht des Präsidenten beschneidet und die des Parlaments ausweitet. – Die Menschenrechtsstudie dient dem besseren Verständnis von Ägyptens zukünftiger verfassungsrechtlicher Entwicklung. (2013)

Osttimors unvollendete Aufarbeitungsprozesse

Helden und Opfer: Die Konkurrenz um Anerkennung und Reparationen

1999 war Osttimor in aller Munde, heute ist das junge Land aus den Schlagzeilen verschwunden. Noch immer ist Osttimor durch die Folgen der indonesischen Besatzung und der Gewalt und Zerstörung nach dem mutigen Votum der Bevölkerung für die Unabhängigkeit 1999 gezeichnet. Die traumatischen Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte – das erfahrenen Leid, die vielen Toten und Verschwundenen, der Verlust von Hab und Gut – wirken fort. Gemeinsam mit kirchlichen Hilfswerken und der Menschenrechtsorganisation Watch Indonesia! hat missio die Menschen in Osttimor mit Wahlbeobachtung beim Referendum 1999 solidarisch unterstützt. Wir haben gemeinsam die Verfahren für die Verbrechen in Osttimor vor dem ad-hoc Menschenrechtsgericht in Jakarta beobachtet und uns dafür eingesetzt, dass die Täter der Gräueltaten zur Verantwortung gezogen werden. – missio möchte mit der dieser Studie einen Beitrag dazu leisten, dass die Bedürfnisse der Opfer in Osttimor nicht vergessen werden. (2013)

Religionsfreiheit in der Türkei?

Entwicklungen 2005-2012

Die Kirchen in der Türkei haben mit der Aufnahme von Beitrittsverhandlungen zwischen der Europäischen Union und der Republik Türkei im Herbst 2005 große Hoffnungen verbunden. Vor allem die Hoffnung, dass sich ihre Lage im Verlauf der Beitrittsverhandlungen nicht nur entspannen und verbessern würde, sondern dass es in der Türkei am Ende eines zwar langen Prozesses Religionsfreiheit für alle, also auch für die  religiösen Minderheiten geben könnte. Einen entscheidenden Schritt Richtung Religionsfreiheit in der Türkei wird nur eine neue Verfassung bringen, die sich an den von der Türkei unterzeichneten internationalen Konventionen orientiert. Eine neue Verfassung ist in Arbeit. Ob sie mit Blick auf Fragen der Religionsfreiheit internationalen Standards entsprechen wird, wird missio mit Aufmerksamkeit beobachten. In der vorliegenden Aufsatzsammlung „Religionsfreiheit in der Türkei – Entwicklungen 2005 - 2012” werden die einschlägigen Entwicklungen vorgestellt und kritisch kommentiert. – Die in der Publikation versammelten Aufsätze zur Religionsfreiheit in der Türkei sind zwischen 2005 und 2012 von der norwegischen Menschenrechtsorganisation FORUM18     veröffentlicht worden. Wir danken FORUM18 für die  Abdruckgenehmigung.

Blasphemie – Vorwürfe und Missbrauch

Die pakistanischen Blasphemiegesetze und ihre Folgen

Die 1973 verabschiedete Verfassung der Islamischen Republik Pakistan garantiert jedermann im Rahmen einer islamischen Ordnung das Recht, seine Religion zu bekennen, zu praktizieren und zu propagieren. Jeder Religionsgemeinschaft ist es gestattet, religiöse Einrichtungen zu unterhalten. In diesem Rahmen haben sich die Christ/-innen und die christlichen Kirchen in dem asiatischen Land lange Zeit relativ frei bewegen können. Tatsächlich sind die Blasphemiegesetze heute jedoch das größte Problem für die Christ/-innen in Pakistan, wie die Studie zeigt. Mindestens genauso perfide wie das Gesetz selbst ist aber, dass die Blasphemiegesetze auch auf all jene in Pakistan angewandt werden können, die dessen Abänderung oder gar Aufhebung fordern. (2012)

Ältere Menschenrechtsstudien werden hier nach und nach veröffentlicht.
Wir bitten Sie um etwas Geduld.
Schauen Sie aber mal immer wieder gerne hier vorbei!