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missio-Partner berichten von der Corona-Pandemie

missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener spricht über Solidarität in Zeiten von Corona

Pfarrer Dirk Bingener spricht über die Corona-Krise und was das für die Arbeit von missio bedeutet. Er berichtet über Solidaritätbekundungen der missio-Partnerinnen und -Partner und ruft zum Gebet auf.

Hier lesen Sie Berichte von missio-Projektpartnern und -organisationen in Afrika, Asien und Ozeanien, andere weltkirchliche Nachrichten und missio-Beiträge zur weltweiten Corona-Pandemie. Scrollen Sie die Seite durch, dann können Sie alle Beiträge lesen. Unsere missio-Partner brauchen jetzt in besondere Weise unsere Solidarität.

Kardinal Philippe Ouédraogo (Burkina Faso): Selbst erkrankt

2. April 2020

Kardinal Philippe Ouédraogo ist Erzbischof von Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso. Er ist nach dem Italiener Angelo De Donatis nun der zweite Kardinal, der an COVID-19 erkrankt ist.

 

Kardinal Ouédraogo wurde am Dienstagabend in ein Krankenhaus eingeliefert, wie das Erzbistum mitteilte. Er ist seit 2009 Oberhirte in der Hauptstadt von Burkina Faso und wurde von Papst Franziskus 2014 zum Kardinal ernannt.

Der Generalvikar des Erzbistums teilte den Gläubigen im Namen des Kardinals mit, dass sie sich beruhigen mögen. „Er lädt euch ein, im Gebet mit ihm und allen anderen Kranken vereint zu sein und auch an die zu denken, die sich um die Kranken kümmern“, sagte der Generalvikar.

Wir von missio schließen uns dieser Einladung an und möchten für die Genesung des Kardinals und aller anderen Betroffenen von COVID-19 beten    .

Solidaritätsfond

Hilfe für Corona-Opfer

missio hat einen Solidaritätsfonds angelegt, um den von Corona am stärksten betroffenen Partnerinnen und Partnern in Asien, Afrika und Ozeanien schnell und unbürokratisch helfen zu können. Das Ziel: Sie sollen gerade in dieser schwierigen Zeit den leidenden Menschen zur Seite stehen und helfen können.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Bischof Stephen Lepcha (Indien): Beten für Deutschland

2. April 2020

Stephen Lepcha ist Bischof von Darjeeling in Indien. Auch er beschreibt die negativen Auswirkungen der Pandemie auf sein Land – ist aber auch über die Situation in Deutschland sehr besorgt.

 

Grüße des Friedens im Namen Jesu!

Die ganze Welt ist nun von der Pandemie des Coronavirus (COVID-19) betroffen. Mehr als 27.000 Menschen haben insgesamt ihr Leben verloren, und viele kämpfen den Kampf zwischen Leben und Tod. Es ist wirklich eine beispiellose Situation, die überall herrscht.

Indien ist gemäß der Aufforderung unseres Premierministers und der Regierung unseres Bundesstaates, die Ausbreitung des Virus zu stoppen, vollständig abgeriegelt. Die Menschen versuchen ihr Bestes, um zu Hause zu bleiben. Die Armen und Bettler leiden wirklich unter der Abriegelung. Die Zentralregierung, die Regierungen der Bundesstaaten und einige Nichtregierungsorganisationen versuchen ihr Bestes, um auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Es ist eine herkulische Aufgabe. Glücklicherweise sind die Fälle von Coronavirus und Todesfällen in Indien vergleichsweise gering.

Laut Fernsehnachrichten und Internet ist die Situation in Deutschland nicht so gut, aber die Zahl der Todesfälle anscheinend nicht sehr hoch.

Wir sind besorgt um Sie, Ihre anderen Partner in der Organisation und die gesamte deutsche Bevölkerung,und halten unsere Wohltäter und Partner ständig in unseren Gebeten und unserer Messe fest. Ich wünsche Ihnen und den Menschen in Ihrem Land im Namen meiner Priester, Ordensleute, Gläubigen und in meinem eigenen Namen alles Gute, damit die Auswirkungen des Coronavirus in Ihrem Land bald besiegt werden können.

Möge Gott Sie segnen und schützen.

Stephen Lepcha, Bischof von Darjeeling (Indien)

Wie der christliche Sender SAT-7 während der Corona-Krise arbeitet (Libanon)

1. April 2020

Medien spielen für den interreligiösen Dialog eine wichtige Rolle. Im Nahen und Mittleren Osten sorgt die von missio unterstützte Mediengruppe SAT-7 dafür, dass die christlichen Minderheiten ein breites Programm an Bildungsfernsehen, Dokumentationen, Gottesdiensten und Serien bekommen. Um die Arbeit des Senders fortsetzen zu können, müssen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Herausforderungen der Corona-Krise stellen:

 

Wie Sie sehen können, sind wir bei SAT-7 im Libanon. Trotz des Coronavirus-Ausbruchs, trotz der Ausgangssperre, die von der Regierung verhängt wurde, setzt SAT-7 seine Arbeit fort. Das Mitarbeiterteam bereitet das Programm für heute Abend vor, das von 20 bis 22 Uhr live gesendet wird.
Obwohl ein Großteil der Kirchen ihre Türen geschlossen haben und Messen ausgesetzt werden, ist SAT-7 die Stimme der Kirche. Für alle Gläubigen der Mena-Region übertragen wir nach wie vor die Botschaft des Friedens, der Liebe und Ermutigung, damit alle Zuschauer keine Angst haben.
Ich hoffe, dass Sie für uns beten und heute Abend einschalten, um die Sendung live zu verfolgen.

SAT-7 Director - www.sat7.org    

Eine Botschaft des Leiters des christlichen Senders SAT-7 (Libanon)

Abbé Jean-Claude Twizeyumukiza (Ruanda): Im Gebet vereint

1. April 2020

Abbé Jean-Claude Twizeyumukiza arbeitet in der Diözese Ruhengeri in Ruanda. Er kümmert sich vor allem um die Aufarbeitung des schrecklichen Völkermordes von 1994. Uns hat er angesichts der Coronavirus-Pandemie Folgendes geschrieben.

 

Angesichts der aktuellen Situation im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie, die sich weiterhin auf immer mehr Länder ausbreitet und sich auf mehr und mehr Bereiche unseres Lebens auswirkt, freuen wir uns, Sie an unseren Neuigkeiten und Bedenken teilhaben zu lassen und sicherzugehen, dass es Ihnen gut geht. 

In Ruanda und in der Diözese Ruhengeri stellen wir fest, dass die Pandemie langsam Fuß fasst. Gegenwärtig wurden 40 Fälle positiv auf COVID-19 getestet, und die Zahl steigt über Nacht. Die Regierung hat drastische Maßnahmen und Einschränkungen ergriffen, um die Epidemie zu verhindern. Wir befinden uns im ganzen Land in fast völliger Eindämmung. Nur Apotheken, Lebensmittelgeschäfte sowie Notfall- und Gesundheitsdienste dürfen die Türen öffnen. Reisen und Menschenansammlungen sind streng verboten. Die Bischofskonferenz und natürlich auch unsere Diözese haben die Kirchen geschlossen und Massenversammlungen verboten. Nur Priester können in ihren Häusern Messen feiern. Jeder ist verpflichtet, die von der Regierung getroffenen Maßnahmen zu respektieren, was selbstverständlich ist. 

Das Schlimmste befürchten

Bei unserer Arbeit haben wir, obwohl die Aktivitäten ausgesetzt sind und alle Mitarbeiter zu Hause bleiben, die notwendigen Anpassungen vorgenommen, um mit den Mitteln der Kommunikation auch zu Hause über das Internet erreichbar zu sein.

Obwohl es derzeit schwierig ist, Ausmaß, Dauer und Entwicklung der Pandemie in Afrika abzuschätzen, zumal alle Anzeichen auf das Schlimmste hindeuten, bleiben wir hinsichtlich der künftigen Entwicklung optimistisch.

Wir danken Ihnen für Ihre offene Zusammenarbeit und bringen in diesen schwierigen Zeiten unser Gebet, unsere Solidarität und unsere Ermutigung zum Ausdruck und grüßen Sie herzlich und im Gebet vereint.

Abbé Jean-Claude Twizeyumukiza, Diözese Ruhengeri (Ruanda)

Father Shay Cullen (Philippinen): Das Leid der Arbeiter und Kinder

1. April 2020

Father Shay Cullen ist als irischer Missionar, Seelsorger und Journalist seit Jahrzehnten in den Philippinen im Einsatz. Seit dem Start der Aktion Schutzengel unterstützt missio seinen Kampf gegen Sextourismus, Kinderprostitution und sexuellen Missbrauch.

 

Wir stehen vor einer immensen Herausforderung auf der ganzen Welt. Jeder muss sich der Gefahr bewusst werden und zu Hause bleiben und strenge Hygiene praktizieren. Tausende sterben - und viele sterben allein. Jeder Mensch ist wichtig und gleich an Würde und Rechten, und wir müssen alle respektieren und Hilfe und Unterstützung geben, damit noch mehr gerettet werden können.

In der Zeit der Quarantäne können wir zusammen mit Familienmitgliedern praktische Aufgaben erledigen, Bindungen eingehen und anderen zeigen, dass wir uns um sie kümmern und sie lieben. Wir können unsere Eltern anrufen und ihnen sagen, dass wir sie lieben und ihnen dafür danken, dass sie uns Leben, Bildung und Unterstützung gegeben haben, damit wir ein gesundes, sinnvolles Leben führen können. Eltern sollten ihre Kinder anrufen und ihnen sagen, dass sie sie auch lieben.

Die Situation der Arbeiter

Es gibt wirtschaftliche Schäden und Verluste, und viele Arbeitsplätze fallen weg. Die Regierung kann Hilfe leisten. Schätzen wir uns glücklicher als die verlassenen, arbeitslosen Wanderarbeiter, darunter auch Filipinos, auf den Straßen von Dubai oder im Industriegebiet von Doha. Dort breitet sich die COVID-19-Infektion unter den Tausenden von Arbeitern aus, die in ihren engen, überfüllten Vierteln eingeschlossen und vom Militär bewacht werden. Es gibt dort kein Krankenhaus. Es wird eine hohe Zahl von Todesopfern geben, und niemand weiß, wie viele. Die Weltmeisterschaft wird über die Leichen der Toten gespielt werden. Auch über diejenigen in anderen Ländern des Nahen Ostens muss die philippinische Regierung die Hand ausstrecken und sie retten. Sie befinden sich in einer ernsten Notlage, sagte mir ein Journalist am Telefon.

Jeder, der sich in Quarantäne befindet, steht vor Herausforderungen. Es wird Stress und Spannungen durch die Enge geben, es wird zu Auseinandersetzungen kommen und es kann zu Gewalt und zerbrochenen Familien kommen. Aber die gute Seite für diejenigen, die isoliert gelebt haben und von ihren Familie getrennt waren, ist, dass sie hoffentlich zusammenkommen, um miteinander zu reden und einander zuzuhören und das Familienleben neu gestalten, indem sie ihre Lebensgeschichten und Erfahrungen austauschen und neue Einheit erleben.

Kindern Schutz und Hilfe bieten

Die andere Herausforderung der Abriegelung besteht darin, dass die Kinder den ganzen Tag zu Hause bei ihren Eltern sind, wenn die Eltern nicht an systemrelevanten Arbeitsplätzen tätig sind. Es ist eine großartige Gelegenheit, eine gute Zeit mit den Kindern zu verbringen, und die Eltern können sie neu kennen und verstehen lernen und mit ihnen interagieren. Sie können viele Dinge gemeinsam tun: unterrichten, spielen, singen, plaudern, Musik machen, kochen, Filme anschauen oder fernsehen.

Die Abriegelung hat aber auch eine negative, tragische Seite. Kinder, die Opfer von sexuellem Missbrauch durch einen Elternteil oder Verwandten sind, werden mit dem Täter im Haus oder in der Wohnung eingeschlossen und haben kaum eine Chance, zu entkommen, auf die Straße zu laufen, und haben niemanden, dem sie davon erzählen können. Dies werden schreckliche Zeiten für sie sein. Die Kinderschutzbehörden sollten Telefon-Hotlines einrichten, bei denen ein Kind möglicherweise um Hilfe rufen kann. Meine PREDA-Stiftung hat eine eigene telefonische Notrufnummer: +63 9175324453.

Große Herausforderungen

Das Coronavirus fordert uns auf, mitfühlend und fürsorglich mit leidenden Patienten umzugehen, wenn die Krankheit zuschlägt. Zum einen die körperlichen Schmerzen dieser gefährlichen Grippe wie Kopf- und Gliederschmerzen. Aber auch der emotionale Stress, nicht zu wissen, ob Sie oder Ihre Eltern oder Verwandten erkrankt sind, und wenn ja, werden sie überleben?

Wir sollten andere wissen lassen, dass Liebe und Unterstützung im Überfluss vorhanden sind. Wir stehen zusammen angesichts dieser Pandemie.

Father Shay Cullen

Die Obdachlosen stehen vor besonderen Herausforderungen. Sie leben ohne Familie und Freunde, treiben auf der Straße umher, schlafen vor Türen und unter Brücken. Wenn sie in Notunterkünften zusammengepfercht sind, wird das Coronavirus auch sie erwischen. Viele sind bereits dem Untergang geweiht. Sie brauchen jede Hilfe, die das Sozialamt ihnen geben kann.

Eine besondere Herausforderung ist auch, dass die Slumbewohner überleben. Sie sind die Ärmsten und am stärksten gefährdet. Sie sind unterernährt, haben ein schwaches Immunsystem und können sich nicht isolieren. In den wimmelnden Slums ist soziale Distanzierung nicht möglich, wo Hütten und Baracken und Plastikunterkünfte zusammengepfercht sind. Viele werden unbekannt und ungezählt sterben, bis sie, wenn überhaupt, Herdenimmunität erlangen.

Taiwan und Südkorea waren bereit und handelten schnell und haben die Panik unter Kontrolle gebracht. Sie haben der Welt gezeigt, wie es geht. Wird die Welt die Herausforderung annehmen und lernen, dass Vorbeugen unendlich besser ist als Heilen?

Father Shay Cullen, Manila (Philippinen)

Pater Shay Cullen hat dieses Mädchen aus den Fängen der Zuhälter retten können. Sie stehen vor einer Rotlichtbar, die durch Druck des missio-Projektpartners geschlossen wurde. Foto: Bettina Flitner / missio
Pater Shay Cullen hat dieses Mädchen aus den Fängen der Zuhälter retten können. Sie stehen vor einer Rotlichtbar, die durch Druck des missio-Projektpartners geschlossen wurde.

Father Ajaya Singh (Indien): Angst, zu verhungern

31. März 2020

Father Ajaya Singh hat uns eine neue Nachricht aus Nordostindien geschickt. Seit der plötzlichen Stilllegung des öffentlichen Lebens im Land, gibt es für viele Menschen massive Probleme:

Die Ärmsten der Armen sind stark betroffen; Kleinbauern, Tagelöhner. Es besteht die Angst, dass sie verhungern könnten, wenn sie nicht versorgt und unterstützt werden. Einige Staaten haben Hilfspakete angekündigt, aber das sind nur Bruchstücke. Die Menschen leben in Angst und Unsicherheit. Die kommunistisch geführte Regierung in Kerala scheint einige Initiativen zu ergreifen, während die meisten Staaten dies noch nicht bekannt gegeben haben. Das Zentrum hat kein Hilfspaket, außer dass es Unterstützung ankündigt, aber es sind keine Details bekannt.

So auch die Notlage der Arbeiter in den Städten; sie werden aufgefordert, in ihre Dörfer zurückzukehren. Doch sie können nicht zurückkehren, da alle Verkehrsmittel eingestellt wurden. Sie sind gestrandet, ohne Unterkunft und Nahrung. Einige von ihnen laufen mehr als zweihundert Kilometer, um ihre eigenen Dörfer zu erreichen, da die Abriegelung ohne jegliche Information angekündigt wurde und die Menschen unvorhergesehen erwischt hat. Oppositionsführer und andere erhöhen den Druck, Hilfspakete zu verabschieden. Hoffentlich tut die Regierung etwas. Es gibt Angst und Unsicherheit neben den Gerüchten und Versprechungen zur Unterstützung.

Father Ajaya Singh (Indien)

Robert Chelhod (Syrien): Weiterhelfen im Angesicht des Leids

31. März 2020

Robert Chelhod arbeitet für die Fokolari in Syrien, die Projektpartner von missio in der Region sind. Neben dem grausamen Bürgerkrieg kommt dort nun auch noch die Gefahr durch das Coronavirus hinzu:

 

Liebe Wohltäter und Unterstützer in Deutschland und der ganzen Welt,

von Herzen denken wir besonders an die Leiter, Mitarbeiter und Begünstigten der verschiedenen Projekte in Syrien, in Liebe und Mitgefühl denken wir in dieser schwierigen und tragischen Periode der Menschheitsgeschichte an Ihre jeweiligen Länder und Bevölkerungen.

Wir möchten Sie, auch aus der Ferne, unsere Nähe, unsere besondere Zuneigung und unsere Gebete spüren lassen. Wir sind sicher, dass auch diese Zeit, so hoffen wir, bald vorbei sein wird und nur noch mehr Liebe und Humanismus in unseren Herzen und in unserem Leben hinterlässt.

Neues Leid

In Syrien mussten wir die Aktivitäten unserer Projekte aussetzen, um uns und alle unsere Begünstigten nicht zu gefährden. Sicherlich verursacht dies ein immenses Leid, das zu den vielen anderen Leiden hinzukommt, die durch unseren anhaltenden Krieg verursacht werden, insbesondere das geringe Wirtschaftsleben, das unser Land durchzieht. Viele leben in Armut und ohne einen gesicherten Arbeitsplatz und damit jetzt ohne Einkommen.

Wir haben trotz allem beschlossen, im Vertrauen auf die Vorsehung Gottes mehr als 140 Mitarbeitern in den verschiedenen Projekten monatliche Gehälter zu zahlen.

Als Projektbüro in Aleppo sorgen wir weiterhin für einen dauerhaften Aufenthalt und Arbeit von zu Hause aus, um materiell jeden Bedarf zu sichern und unsere Nähe zu den Leitern der verschiedenen Projekte spürbar zu machen.

Es ist sicher keine einfache Situation, aber diese Tatsache vereint uns alle, trotz der Entfernung.

Wir glauben gemeinsam an die Kraft des Gebets, mit Glauben, Ausdauer und Mut, wie Papst Franziskus sagte, in der Zuversicht, dass das Wunder geschehen wird.

Robert Chelhod (Syrien)

Robert Chelhod (Bildmitte) aus Aleppo (Syrien) Foto: movimento dos focolares
Robert Chelhod (Bildmitte) wurde 1963 in Aleppo (Syrien) geboren. Anfang der 1990er Jahre eröffnete er dort das erste Fokolarzentrum und blieb 18 Jahre in Aleppo, bevor er 2008 in den Libanon zog.

John Zaw (Myanmar): Vorkehrungen werden getroffen

30. März 2020

Auch in Myanmar ist das Coronavirus mittlerweile angekommen. Die Regierung reagiert mit Quarantänemaßnahmen, viele Kirchen bieten ihre Gottesdienste nur noch online an, berichtet John Zaw von UCA-News aus Mandalay.

 

Die Erzdiözese Mandalay hat vorbeugende Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung von COVID-19 zu verhindern, indem sie die Sonntags- und Tagesmessen und andere liturgische Zeremonien gestrichen hat. Die Diözese hat einen von Erzbischof Marco Tin Win am 24. März unterzeichneten Brief erhalten, in dem Priester und Gläubige darüber informiert werden, dass die täglichen und sonntäglichen Messen sowie andere liturgische Zeremonien zwischen dem 25. März und dem 30. April ausgesetzt werden. Die täglichen Messen werden über Radio Veritas Asia und die Facebook-Seite des Büros für soziale Kommunikation der Diozese live übertragen. „Die täglichen Messen werden von Priestern ohne die Anwesenheit der Gläubigen abgehalten. Die Menschen können von zu Hause aus geistlich teilnehmen”, heißt es in dem Brief. Der Erzbischof forderte die Priester auf, die Kommunion für ältere Menschen und Patienten, die nicht des COVID-19 verdächtigt werden, zu organisieren. Der Brief fügte hinzu, das­­s die Trauerfeier mit wenigen Personen zu Hause stattfinden müsse und dass Vorkehrungen getroffen werden müssen, damit Särge auf einen Friedhof geschickt werden können.

Die Diözese Myitkyina im Bundesstaat Kachin hat ebenfalls die Übertragung der täglichen und sonntäglichen Messen online organisiert, da alle Gottesdienste abgesagt wurden. Bischof Francis Daw Tang sagte, die Diözese arbeite mit den örtlichen Behörden zusammen, um vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, indem sie die Messen in den Kirchen unterbricht. „Wir werden Messen mit einer begrenzten Anzahl von Menschen in der Kathedrale abhalten, die live übertragen werden”, sagte Bischof Daw Tang. Er ergänzte, die Diözese habe ein Notfallteam eingerichtet, das sich mit Fällen von Coronaviren in den Pfarreien befassen solle. „Ich fordere jede Gemeinde auf, ein Notfallteam zu bilden und das Zentralkomitee zu kontaktieren, wenn ein verdächtiger Patient gefunden wird”, sagte Bischof Tang. Die meisten Diözesen in Myanmar haben die Aussetzung der täglichen und sonntäglichen Messen allerdings noch nicht bekannt gegeben.

Noch wenige Fälle

Myanmar meldete am 23. März die ersten beiden bestätigten Fälle von COVID-19, nachdem das Risiko für das Land wochenlang heruntergespielt wurde. Der dritte Fall wurde bestätigt, nachdem ein 26 Jahre alter Mann, der aus Großbritannien zurückkehrte, positiv getestet wurde, teilte das Gesundheitsministerium am 25. März mit. Die Regierung hat weitere Präventivmaßnahmen ergriffen, indem sie ein Dorf im Bundesstaat Chin, in dem der erste bestätigte Patient lebt, abgesperrt hat. Die ersten beiden Patienten, die positiv getestet wurden, bleiben nach Angaben von Gesundheitsbeamten in einem stabilen Zustand. Es werden noch 235 Personen kontrolliert, und zwei mutmaßliche Patienten und 26 Personen warten auf die Ergebnisse der Labortests.

Bislang wurden 210 Personen negativ getestet und 134 Personen aus dem Krankenhaus entlassen, wie das Gesundheitsministerium am 24. März bekannt gab. Am gleichen Tag gab das Außenministerium bekannt, dass alle Bürger Myanmars und Ausländer, die ins Land reisen, ab dem Tag nach ihrer Ankunft 14 Tage in einer Quarantänestation verbringen müssen. Ausländische Staatsangehörige müssen auch Laboruntersuchungen vorlegen, die bestätigen, dass sie frei von COVID-19 sind, die nicht mehr als drei Tage vor ihrem Reisedatum ausgestellt wurden. Diplomaten und UN-Angestellte unterliegen laut Ankündigung des Ministeriums einer zweiwöchigen Hausquarantäne.

Appell der Regierung

Staatsrätin Aung San Suu Kyi rief die Menschen dazu auf, wegen der bestätigten Fälle von COVID-19 nicht in Panik zu geraten und versicherte der Öffentlichkeit, dass die Krankheit heilbar ist und behandelt werden kann, solange sie den Rat der Gesundheitsbeamten befolgen. „Lasst uns unsere Herausforderungen bewältigen, indem wir die Stärke des Volkes und die Stärke der Nation vereinen”, sagte sie in einer Fernsehansprache.

John Zaw, Mandalay (Myanmar)

Father Tamati Sefo (Fidschi): Sicherheit geht vor

30. März 2020

Father Tamati Sefo MSC ist Präsident der Conference of Major Superiors of the Pacific Islands (CMSPI) in Suva, der Hauptstadt von Fidschi. Die Konferenz ist ungefähr vergleichbar mit der Ordensobernkonferenz in Deutschland. Father Tamati musste die diesjährige Konferenz absagen – aus Sorge vor dem, was seinem Land und den umliegenden Inseln bevorstehen könnte.

 

Später am Nachmittag hat der Premierminister von Fidschi den vierten COVID-19-Fall in Fidschi verkündet. Es besteht kein Zweifel, dass dies eine Menge Ängste und Panik in der Bevölkerung hervorruft. Ich bin sicher, dass dies auch ein allgemeines Gefühl bei vielen Menschen auf der ganzen Welt ist, da Ärzte und medizinische Experten versuchen, eine schnelle Heilung und eine Lösung für dieses Virus zu finden.

Hier auf den Fidschi-Inseln gibt es ein striktes NEIN zu allen sozialen und religiösen Zusammenkünften, Sport, Versammlungen und allen sozialen Aktivitäten. Reisen außerhalb Fidschis sind in viele Länder verboten, genauso wie die Einreise nach Fidschi. Wir wissen nicht, wie lange das dauern wird. Die Stadt Lautoka war seit letzter Woche bis auf weiteres abgeriegelt. Wir sind uns nicht sicher, was Suva in den nächsten Tagen/Wochen betrifft, aber wir rechnen damit, dass etwas Ähnliches passieren wird, wenn sich die Situation verschlechtert.

Frühzeitige Entscheidung

Im Anschluss an alle Anweisungen der Behörde (Fidschi) bezüglich Sicherheit und Schutz im Umgang mit dem Coronavirus haben wir, die Führungskräfte der CMSPI, am vergangenen Sonntag (22. März) eine Sitzung abgehalten und beschlossen, unsere CMSPI-Versammlung 2020, die im August stattfinden soll, abzusagen. Wir halten dies für eine kluge Entscheidung, die zu diesem Zeitpunkt getroffen werden sollte, damit wir die Planung von Buchungen und anderen Vorbereitungen für die Versammlung vermeiden können. Und am wichtigsten ist, dass dies der Sicherheit und dem Schutz aller vor diesem Virus dient.

Wir hoffen und beten, dass wir unsere CMSPI-Versammlung 2021 wieder aufnehmen können, wenn die Dinge gut laufen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und lassen Sie uns in dieser schwierigen Zeit im Gebet vereint sein. Lassen Sie uns auch weiterhin solidarisch für alle Opfer und Familien beten, die weltweit vom Coronavirus betroffen sind.

Mögen wir alle in Sicherheit bleiben und auf uns und andere achten.

Father Tamati Sefo (Fidschi)

Katharina R. Lestari (Indonesien): Feierlichkeiten abgesagt

28. März 2020

Auch in Indonesien werden bis Ende April die Gottesdienste nur ohne Gläubige stattfinden. Darunter fällt auch die Karwoche. Wie die Gläubigen trotzdem erreicht werden sollen, berichtet Katharina R. Lestari von UCA-News aus der Hauptstadt Jakarta:

 

Mehrere Diözesen in Indonesien haben beschlossen, die Karwoche in Kirchen ohne Gemeinde zu feiern, da die Zahl der COVID-19-Fälle im Land weiter steigt. Die Feiern werden stattdessen in einem Livestream oder im Radio übertragen. Die neuen Regelungen wurden von vier der 37 indonesischen Diözesen in einer neuen Erklärung zur Krise angekündigt.

Die Erzdiözese Jakarta beschloss, die Notstandsperiode von COVID-19 bis zum 30. April zu verlängern. Zuvor hatte sie alle kirchlichen Aktivitäten zwischen dem 20. März und dem 3. April abgesagt.

Alle kirchlichen Aktivitäten, bei denen Menschenmassen auftreten, werden abgesagt. Alle Feiern der Karwoche, tägliche Messen, Sonntagsmessen und andere werden online übertragen.

Pater Samuel Pengestu, Generalvikar der Erzdiözese

„Die Feiern des Palmsonntags, des Gründonnerstags, des Karfreitags, der Osternachtsmesse und der Ostersonntagsmesse werden in der Kathedrale und den Pfarrkirchen ohne die physische Anwesenheit der Gläubigen abgehalten.”

Gott trotzdem spüren

Die Erzdiözese Semarang in der Provinz Zentraljava wird dasselbe tun. Erzbischof Robertus Rubiyatmoko sagte, es sei eine schmerzhafte Entscheidung. „Es ist traurig, weil die örtlichen Katholiken nicht an den Feierlichkeiten der Karwoche teilnehmen können. Diese Feiern sind große Ereignisse für die Gläubigen. Aber da die Feierlichkeiten live im Radio übertragen werden, können sie die Gegenwart Gottes und die Erlösung Gottes in ihren eigenen vier Wänden spüren”, sagte er und fügte hinzu, dass die Feierlichkeiten verkürzt werden.

Die Diözese Bogor in der Provinz West-Java wird auch die Feierlichkeiten der Karwoche aus der Beatae Mariae Virginis-Kathedrale in Bogor per Livestream übertragen. „In dieser Situation sollten wir (wieder) die Bedeutung unserer selbst als Katholiken und insbesondere der Sakramente finden und vertiefen”, sagte Franziskaner-Bischof Paskalis Bruno Syukur in einer Erklärung.

Auch regionale Feste betroffen

In der Provinz Ost-Nusa Tenggara beschloss die Diözese Larantuka, das mehr als 500 Jahre alte Fest der Semana Santa während der Karwoche auf der Insel Flores abzusagen. Der Höhepunkt des Festes, das normalerweise Tausende von Pilgern anzieht, ist eine Wasserprozession am Karfreitag, bei der eine Statue des Jesuskindes auf einem Boot getragen und zur Begegnung mit der Gottesmutter in eine andere Kapelle gebracht wird. „Dieses Jahr wird die Semana Santa (...) abgesagt. Die Feierlichkeiten der Karwoche werden weiterhin in der Kathedrale und den Pfarrkirchen ohne die physische Anwesenheit der Gläubigen stattfinden. Wir sind uns bewusst, dass diese Entscheidung viele Katholiken sehr wahrscheinlich verärgern wird. Aber um des Glaubens und der Sicherheit vieler Menschen willen (...) sowie der Liebe zu dieser Nation mussten wir sie dennoch treffen”, sagte Bischof Fransiskus Kopong Kung. Ronald Rein, ein Kirchenarbeiter in der Reinha-Rosari-Kathedrale in Larantuka, sagte, Bischof Kopong Kung habe eine weise Entscheidung getroffen. „Als Priester ist er für die Sicherheit der Menschen verantwortlich”, sagte er gegenüber UCA News.

Matheus Josephus Ade Riberu, ein Pilger der Semana Santa aus Tangerang in der Provinz Banten, sagte, die Absage des Festivals sei zu erwarten. „Die katholische Kirche ist ein Teil dieser Nation. Wir müssen Solidarität zeigen und an andere denken”, sagte er.  Bis zum 24. März gab es in Indonesien 686 bestätigte Coronavirus-Fälle und 55 Todesfälle, so die Regierungsangaben.

Die Provinz Jakarta stand mit 424 bestätigten Fällen an erster Stelle, gefolgt von den Provinzen Banten und West-Java mit 65 bzw. 60 Fällen. Auch in den Provinzen Ostjava, Zentraljava, Ostkalimantan, Bali, Yogyakarta, Westkalimantan und Jambi wurden Fälle bestätigt.

Katharina R. Lestari, Jakarta (Indonesien)

Bischof Joseph Kollamparampil (Indien): Die Kraft des Gebets

28. März 2020

Joseph Kollamparampil CMI ist Bischof von Jagdalpur im Osten von Indien. Er setzt in diesen Krisenzeiten vor allem auf das persönliche und gemeinsame Gebet:

 

Wir blicken einer großen weltweiten Tragödie der Coronavirus-Pandemie ins Auge. Die Menschen haben Panik. Ich schreibe Ihnen, um unsere Solidarität Ihnen gegenüber, gegenüber Ihren Mitarbeitern, unseren lieben Unterstützern, allen Lieben und uns nahestehenden Personen und allen Menschen als Ganzes auszudrücken.

Alle sind sich der Ernsthaftigkeit dieser Krankheit für die Menschen in verschiedenen Ländern bewusst. Lasst uns hoffnungsvoll und zuversichtlich sein, diese schwierige Situation mit dem Eingreifen der Gnade Gottes und dem hingegebenen Mitwirken eines jeden zu überwinden.

Gläubige beraten und stärken

In Indien ergreift die Regierung effektive Maßnahmen, um die Ausbreitung in neue Gebiete zu verhindern. Im Eparch von Jagdalpur raten wir den Gläubigen, die Sicherheitsmaßnahmen und Ratschläge der Regierung zu befolgen. Wir geben unseren Leuten spezielle pastorale Richtlinien. Die Menschen müssen in jeder Hinsicht gestärkt werden, besonders die aus ländlichen Gebieten, indem wir Ihnen nähere Informationen zu den Sakramenten geben, wenn die Kirchen geschlossen sind. Sie müssen über die Kraft des persönlichen Gebets und Gebetstreffen in ihrem eigenen Haushalt unterrichtet werden. Ununterbrochene Anbetung und besondere Gebete werden in unseren Zentren von all unseren Priestern und Geistlichen praktiziert.

Ich zusammen mit der ganzen Diözese Jagdalpur schließe mich der universellen Gebetsbewegung zur Bekämpfung der weltweiten COVID-19-Epidemie an. Möge die Gnade Gottes über die Erde ausgeschüttet werden, sodass die Menschheit in Frieden leben kann.

Joseph Kollamparampil CMI, Bischof von Jagdalpur (Indien)

Joseph Peter Calleja (Philippinen): Gesundheitssystem vor dem Kollaps

27. März 2020

Die Lage auf den Philippinen hat sich bereits dramatisch zugespitzt, wie Joseph Peter Calleja von UCA-News berichtet:

 

Mindestens fünf große Krankenhäuser in der philippinischen Hauptstadt Manila haben erklärt, dass sie voll sind und nicht mehr das erforderliche Maß an Versorgung und Aufmerksamkeit für weitere COVID-19-Patienten bieten können. Diese Spitzenkrankenhäuser gelten auf den Philippinen als gut ausgestattet. Es sind das St. Luke's Medical Center-Quezon City, das De Los Santos Medical Center, das St. Luke's Medical Center-Taguig, die Medical City, das Makati Medical Center und das Philippinische Herzzentrum. Viele befürchten, dass auch andere private medizinische Einrichtungen weitere Einweisungen aufgrund fehlender Isolierräume und Beatmungsgeräte verweigern werden.

Belegschaft ist überlastet

„Beide Krankenhäuser (St. Luke's in Quezon City und St. Luke's in Taguig) haben bereits die maximale Kapazität überschritten, und die Aufnahme von mehr COVID-19-Patienten wird die Fähigkeit des Krankenhauses, die kritische Versorgung und Aufmerksamkeit zu liefern, die die Patienten zu diesem Zeitpunkt benötigen, ernsthaft beeinträchtigen”, sagte ein Sprecher des St. Luke's Medical Center. „Wir behandeln auch Patienten, die keine COVID-19-Patienten sind, auf anderen Stockwerken, und ihre gesundheitlichen Bedingungen können nicht beeinträchtigt werden”.

Die Medical City gab bekannt, dass ihre Belegschaft überlastet sei, da 137 von ihnen wegen SARS-CoV-2 in Quarantäne waren. „Wenn wir nicht in der Lage sind, die neuen Patienten in andere Krankenhäuser zu verlegen, wird unser Gesundheitssystem zusammenbrechen”, hieß es in einer Erklärung.

Das philippinische Herzzentrum sagte, dass die Aufnahme von COVID-19-Patienten wahrscheinlich der Gesundheit seiner Herzpatienten schaden würde. „Wir sind ein Herzzentrum. Wir haben viele Herzfälle. Diese sind alles Hochrisikopatienten. Wir hoffen, dass die COVID-19-Patienten­­ Gnade haben und nicht hierherkommen”, sagte Dr. Joel Abanilla, der Geschäftsführer des Krankenhauses, in einem Radiointerview.

Neue Gesetze

In der Zwischenzeit hat Präsident Rodrigo Duterte das Gesetz Bayanihan to Heal as One Act unterzeichnet, das ihm zusätzliche Befugnisse im Kampf gegen SARS-CoV-2 einräumt. Das Gesetz erlaubt es Duterte, 18 Millionen Familien mit niedrigem Einkommen 5.000 bis 8.000 Pesos (100 bis 160 US-Dollar) in Form von Soforthilfe in bar zu geben, eine besondere Risikozulage zusätzlich zur Gefahrenzulage für Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitswesens zu gewähren und Familien von Mitarbeitern, die an Covid-19 sterben, eine Million Pesos als Entschädigung zu zahlen. Das Bayanihan-Gesetz erlaubt es dem Präsidenten auch, „den Betrieb privater Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen zu leiten sowie Lieferungen und Dienstleistungen für Quarantänezentren und medizinische Einrichtungen zu beschaffen”.

Kardinal Luis Antonio Tagle, jetzt Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, wird am Mittwoch um 21 Uhr (philippinische Zeit) von Rom aus die Katholiken beim Rosenkranzgebet anleiten. Das Rosenkranzgebet wird jeden Mittwochabend stattfinden, um allen Katholiken während der SARS-CoV-2-Krise geistliche Nahrung zu bringen.

Joseph Peter Calleja, Manila (Philippinen)

Schwester Rose Paite (Indien): Keine Arbeit bedeutet kein Essen

26. März 2020

Schwester Rose Paite ist Direktorin des Center for Development Initiatives (CDI) in Nordostindien. Hier setzt sie sich vor allem für die Rechte von Hausangestellten in zwölf Städten der Region sowie für die Opfer von Menschenhändlern ein. Ihre Schützlinge leiden nun besonders unter den Maßnahmen, die gegen die Coronavirus-Pandemie in Indien unternommen werden.

 

Die ganze Welt ist aufgrund der tödlichen Pandemie alarmiert, die sich überall auf der Welt ausbreitet. Indien wird bald mit der gleichen Situation konfrontiert sein, wie Sie in Ihrem Land. Indien wird vor eine extreme Situation gestellt werden, wenn die Pandemie wie an jedem anderen Ort einschlägt. Hier am CDI sind wir wirklich besorgt um jeden einzelnen von Ihnen. Wir reichen uns die Hand und beten für jeden einzelnen von Ihnen. Seid sicher und bleibt sicher, das ist unser Wunsch und unser Gebet für Euch.

Bisher wurden in Indien 415 Fälle des Coronavirus bestätigt und 7 Todesfälle gemeldet, und es ist erst wenige Wochen her, dass der erste Fall in Indien gemeldet wurde. Jede Stunde nimmt die Rate­­­­ zu. Da sich die Coronavirus-Pandemie schnell ausbreitet, ergreift die Regierung Sicherheitsmaßnahmen wie die Schließung von Bildungseinrichtungen und das Verbot von öffentlichen Versammlungen, die Forderung nach einer Abriegelung usw. Aber es gibt noch so viel mehr zu tun, und es ist wirklich beängstigend für Indien, das im Gegensatz zu anderen Ländern nur über sehr begrenzte Einrichtungen für eine so große Bevölkerung verfügt.

Die Situation in Nordost-Indien

Wir sehen, dass der Nordosten immer noch sicher ist und bisher keine Fälle gemeldet wurden. Aber die tatsächliche Situation kann anders aussehen. Auch wenn die Menschen scheinbar nicht betroffen sind, weiß man nie, wie es tatsächlich aussieht. Es gibt keine ordnungsgemäßen Tests, die von medizinischem Personal durchgeführt werden, und in keinem der Bundesstaaten sind Maschinen verfügbar, um die Prävalenz zu testen. Bei jedem Verdachtsfall wird die Blutprobe nach Guwahati oder Kalkutta geschickt, was viel Zeit in Anspruch nimmt. Wenn getestet wird, könnte es viele positive Fälle geben, und in der Zwischenzeit wird die Verbreitung sehr groß sein. Sobald das Virus die Region erreicht hat, wird es sie am Schlimmsten von allen treffen. Wie wir wissen, gibt es im Nordosten nur sehr wenige medizinische Experten und Einrichtungen.

Times of India berichtete über die Sperrung der ersten drei Staaten, nämlich Mizoram, Arunachal und Nagaland, um sich vor Covid 19 zu schützen. Ein viereinhalb Jahre altes Mädchen in Assam, das am Samstag in Jorhat positiv auf das Coronavirus  getestet wurde, wurde für negativ erklärt, nachdem ihre Probe erneut getestet wurde. „Es gibt bisher keinen positiven Fall von COVID 19 in Assam”, twitterte     der Gesundheitsminister von Assam, Himanta Biswas Sarma, am Sonntagmorgen. Aber da es sich um einen Transit und Korridor zu allen Staaten handelt, wird das schlimmste erwartet, und die Realität ist alarmierend.

In Guwahati ist die Bewegungsfreiheit der Menschen eingeschränkt, es sind keine öffentlichen Versammlungen erlaubt, und auf den Straßen ist kein Fahrzeug zu sehen. Die ganze Stadt schweigt. Gestern wurde eine nationale Ausgangssperre verhängt. Aber alle Menschen haben Angst, und wir sind nicht sicher, wie schnell der Virus auf die Menschen im Nordosten der Stadt übergreifen wird. Niemand ist selbstgefällig, sondern hilflos bei dem Gedanken, dass der Ausbruch sehr schlimm sein würde, wenn er erst einmal hart zuschlägt. Jeder Staat trifft auf seine begrenzte Art und Weise Vorkehrungen und hofft und betet, dass er an uns vorbeiziehen wird.

Am schlimmsten für die Hausangestellten

Es gibt allein im Nordosten etwa sechs Lakhs und junge Mädchen, die in der Hausarbeit tätig sind, und die meisten von ihnen sind unterbezahlt oder erhalten unfaire Löhne, da sie in extremer Armut leben müssen. Das Zentrum für Entwicklungsinitiativen arbeitet mit mehr als 18.000 Hausangestellten und etwa 3.400 ihrer Kinder im Nordosten des Landes. Es ist eine Tatsache, dass sie die verwundbarsten Teile der Gesellschaft und anfälliger für das Virus sind. Deshalb ist es notwendig, in ihrem Namen zu intervenieren, damit wir viele Hausangestellte retten und Übertragungen durch sie auf die allgemeine Bevölkerung vermeiden können. Es gibt mehrere Gründe dafür, dass Hausangestellte anfälliger für das Virus sind, wenn es in der Gemeinschaft außer Kontrolle geraten ist. Sie sind meist Analphabeten und haben kaum Zugang zu Informationen, als Slumbewohner leben sie außerdem unter widrigsten hygienischen Bedingungen und haben auch kaum Zugang zu medizinischer Versorgung.

Handeln, ohne zu zögern

Das CDI hat Vorkehrung getroffen, um den Hausangestellten zu helfen. Das Personal wird gebeten, zu Hause zu bleiben und die Hausangestellten online zu überwachen. Außerdem wurde für die neue Situation ein Leitfaden für unsere Mitarbeiter erstellt. Zurzeit sind die Mitarbeiter rund um die Uhr online, um möglichst viele Hausangestellte zu erreichen. CDI wollte stadtweise WhatsApp-Gruppen für Hausangestellte einrichten, aber das war nicht praktikabel, da die meisten von ihnen keine Smartphones besitzen und viele von ihnen keinen Zugang zu Telefonen haben. Daher ist die einzige Lösung, sich einzeln persönlich zu treffen, was unsicher ist. Die Mitarbeiter versuchen ihr Bestes, sie auch über das Telefon anzurufen, um ihnen Anweisungen zu Präventivmaßnahmen und Sicherheitspraktiken zu geben. Alle durchzuführenden Programme sind gestoppt, und Gruppensitzungen sind auf Anordnung der Regierung nicht möglich. Wir haben sie gebeten, zu Hause zu bleiben, aber sie müssen rausgehen und arbeiten, um ihr tägliches Brot zu verdienen. Für sie bedeutet "Keine Arbeit keine Nahrung".

Unser Premierminister sagte, dass niemandem sein Gehalt gekürzt wird, weil er wegen des Virus nicht arbeitet, aber niemand wird daran denken, diejenigen zu bezahlen, die nicht zur Arbeit gehen können, und dies gilt besonders für die Hausangestellten. Wir nähen Masken, die wir an sie verteilen. Es kann nicht viel getan werden, außer sich mit ihnen zu solidarisieren und sie auf die Situation vorzubereiten.

Schwester Rose Paite

Aufgrund unserer Beschränkung können wir nur wenige Schritte zur Vorbereitung auf die Reaktion auf die Krise vorschlagen. Es ist unfair, jemanden um Hilfe zu bitten, wenn sich die ganze Welt in einer Krise befindet. Da alle Länder leiden und angesichts dieser Notsituation alle gleich sind, wage ich es nicht, irgendjemanden zu fragen. Aber Ihre Besorgnis und Ihre Großzügigkeit werden sehr geschätzt und gewürdigt, wenn überhaupt etwas möglich ist. Das CDI wird sich auch an die Regierung auf allen Ebenen wenden.

Die Zeit zu HANDELN ist JETZT! Wir können und wir werden gewinnen! Achten Sie auf alle, bleiben Sie im Haus und bleiben Sie sicher. Gott segne uns alle.

Schwester Rose Paite (Indien)

Militaerfahrzeuge und Soldaten sind allgegenwaertig, Strasse in Tezpur. Foto: Hartmut Schwarzbach/missio
Die Corona-Pandemie trifft die Menschen in Nordostindien zusätzlich zu politischer Instabilität. Auf diesem Bild aus dem Jahr 2019 sind Militärfahrzeuge in Tezpur im Bundesstaat Assam zu sehen.

Father Ajaya Singh (Indien): Furcht vor dem Virus

26. März 2020

Father Ajaya Singh kommt aus dem Bundesstaat Odisha im Nordosten Indiens. Er unterstützte uns bei unserer Kampagne #freeourhusbands, um unschuldig verurteilte christliche Männer aus dem Gefängnis zu bekommen. Nun fürchtet er die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie.

 

Hier herrschen überall Angst und Unsicherheit. Die indische Regierung hat bisher nur rund 14.000 Menschen auf das Coronavirus getestet, von denen 400 positiv waren.

Es gibt einigen, die sagen, dass die Regierung genau weiß, dass es ein sehr ernstes Problem gibt, aber die Regierung besitzt nicht die erforderlichen medizinischen Ressourcen zum Testen und Behandeln der Krankheit. Deshalb wird mit Nachdruck auf soziale Distanz und das Waschen der Hände eingewirkt.

Viele Staaten schränken den Alltag bereits ein. Hier in Odisha gibt es bisher zwei Fälle von Covid-19, die öffentlich gemacht wurden. Es gibt fünf Distrikte und acht größere Städte, die eine Ausgangssperre erklärt haben, was bedeutet, dass wir das Haus nicht verlassen dürfen, außer für nötige Einkäufe. Schulen und private, religiöse sowie soziale Institutionen sind bis zum 29. März geschlossen. Diese Maßnahme könnte verlängert werden.

Father Ajaya Singh, Odisha (Indien)

Father Julian Ibe (Nigeria): Gott allein ist die Antwort

26. März 2020

Auch Father Julian Ibe, einer unserer Stipendiaten in Nigeria, hat uns solidarische Grüße geschickt:

 

Ich hoffe Ihnen geht es gut und sie sind sicher angesichts des Ausbruchs dieser unglücklichen Plage, die unsere Welt befallen hat. Ich weiß, dass Ihr Land eines der am stärksten von dem Virus betroffenen ist.

Bitte wahren Sie soziale Distanz, so wie wir für eine Lösung dieser Misere beten. Wir legen unsere Hoffnung in Gott, der allein die Antwort für all unsere Probleme kennt.

Father Julian Ibe (Nigeria)

Schwester Christin Joseph (Indien): Eine schmerzliche Situation

26. März 2020

Schwester Christin Joseph lebt im Holy Cross Convent in Kalkutta, Indien. Hier ist sie für die kleinen christlichen Gemeinden in Westbengalen, Jharkhand und Bihar zuständig. Im Moment kann sie vielen Menschen aber leider nicht helfen.

 

Ich hoffe, Sie sind alle wohlauf und sicher vor dem Coronavirus.

Wir in Indien fahren unseren Alltag nun auch herunter. Die Krankheit breitet sich aus. Die Menschen leben in Angst.

Ich bin sehr besorgt um die Armen, die keine soziale Distanz wahren, sich nicht so oft die Hände mit Seife waschen und desinfizieren können. Die Armen in den Slums und Dörfern können es sich meistens nicht leisten, Seife zu kaufen, um sich damit zu waschen. Möge Gott sie beschützen.

Ich bin sehr traurig, da ich ihnen momentan aufgrund der strengen Auflagen durch die Regierung nicht beistehen kann. Auch die Dienste der Kirche müssen vorerst eingestellt werden, bis die Lage neu bewertet wird. Wir befinden uns in einer sehr schmerzlichen Situation.

Möge Gott Sie alle reichlich segnen.

Schwester Christin Joseph, Kalkutta (Indien)

Father Lalit Tudu (Nepal): Erst am Anfang

24. März 2020

Father Lalit Tudu ist Direktor von Caritas Nepal. Seit vielen Jahren unterstützt missio verschiedene Projekte im Land, beispielsweise im Bereich der Jugend- und Frauenpastoral oder nach dem schweren Erdbeben im Jahr 2015. Sein Land ist bisher von der Coronavirus-Pandemie noch verschont geblieben – doch nicht für lange, fürchtet er.

 

Bis heute steht Nepal mit nur einem bestätigten Fall auf der Liste der am wenigsten betroffenen Länder weltweit. Es wurde bei einem 32-jährigen nepalesischen Studenten gefunden, der am 5. Januar von der Technischen Universität Wuhan in China nach Nepal kam und bereits wieder gesund ist. Und wenn wir über die Gesamtzahl der Verdachtsfälle sprechen, dann sind es 496 (bis zum 20. März 2020), von denen 495 Fälle negativ und 1 Fall positiv (am 23. Januar 2020) ausgefallen sind und dieser bereits genesen ist. Außerdem wurden am 16. Februar 175 nepalesische Studenten aus der Provinz Hubei in China evakuiert und in der Quarantänezone in Kharipati, Bhaktapur, überwacht. Nach 14 Tagen wurden sie nach den negativen Tests auf das COVID-19-Virus wieder nach Hause gebracht. Bis heute (20. März 2020) haben wir also nur einen einzigen bestätigten Fall, der bereits gut behandelt wurde und sich erholt hat. Die Regierung ist sehr aktiv und macht die Dinge sehr ernst und ergreift strenge Maßnahmen bezüglich COVID-19.

Furcht vor der Epidemie

Bei einem Ausbruch werden die Armen am meisten betroffen sein. Da Indien 194 Fälle von COVID-19 bestätigt hat, sind die in Indien arbeitenden Nepalesen nach Nepal zurückgekehrt. Wir befürchten also, dass sie Träger des Virus sein könnten. Die reichen oder mäßig reichen Menschen haben Lebensmittel und Medikamente gekauft und Vorräte angelegt, die für mindestens 4 Monate oder länger ausreichen. Es könnte also zu einem Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten kommen, wenn Hamsterkäufe stattfinden. Die Armen aber, die vom Tageslohn abhängig sind (Autofahrer, kleine Ladenbesitzer, Töpfer, Reinigungskräfte usw.) können nicht in großen Mengen einkaufen und lagern, und ebenso wenig können sie, wenn Märkte und Büros geschlossen sind, arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen. Heute hatten wir 13 Flüchtlinge aus Pakistan, die um Lebensmittel gebeten haben. Sie arbeiten als Arbeitskräfte in Nepal, da viele der Betriebe als Vorsichtsmaßnahme geschlossen wurden. Sie haben keine Arbeit und nicht genug Geld, um sich zu ernähren. Wir unterstützten sie mit Nahrungsmitteln (Reis, Linsen, Speiseöl, Salz und Kartoffeln), die für sieben Tage ausreichen. Dies ist nur ein Anfang, wir könnten auf viele Fälle wie diese stoßen.

Erste Maßnahmen ergriffen

Schulen­ und Universitäten sowie Büros sind geschlossen, sodass die Menschen von Kathmandu in andere Städte des Landes umziehen. Da Kathmandu ein überfüllter Ort ist, könnte sich ein möglicher Ausbruch leicht und schnell ausbreiten. Da die Menschen jedoch begonnen haben, an ihren Herkunftsort zurückzukehren, ist die Wahrscheinlichkeit, betroffen zu sein, geringer. Wenn es einen Ausbruch gibt, kann jeder betroffen sein, insbesondere die Menschen im Waisenhaus, in Altersheimen, Krankenhäusern und die Obdachlosen.

Die Regierung hat bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Private Unternehmen wurden aufgefordert, vom 22. März bis zum 3. April zu schließen. Menschen sollen ihre Wohnungen nur noch für das Nötigste verlassen, Versammlungen mit mehr als 25 Personen sind verboten. Zurückkommende Reisende müssen 14 Tage in Quarantäne und für den Gesundheitssektor werden Notfallpläne erstellt. Auch Maßnahmen gegen Hamsterkäufe und Falschinformationen sind in Planung.

Die Kirche kann über soziale Medien (mit der engen Gruppe auf nationaler und Gemeindeebene) eine gute Rolle spielen, sie kann über die Situation informieren und Botschaften senden. Und die Kirche hat mit den Gemeindemitgliedern kommuniziert, um ihre Präsenz in der Kirche einzuschränken und sie zu bitten, zu Hause für die Sicherheit aller zu beten. Die Caritas Nepal kann ebenfalls helfen: beispielsweise durch Sensibilisierungsbotschaften vorbereiten oder Verteilung von Hygieneartikeln an wichtigen Orten. Wichtig sind auch die freiwillige Unterstützung durch die lokale Bevölkerung (zur Sensibilisierung, Sammlung von Informationen und Empfehlungen) und die internationale Unterstützung für finanzielle und technische Ideen.

Father Lalit Tudu (Nepal)

Father Sergio Ticozzy (Hongkong): Hoffnung durch Solidarität

24. März 2020

Father Sergio Ticozzy ist Direktor des Holy Spirit Study Center (HSSC) in Hongkong. Das HSSC ist ein Forschungs- und Dialogzentrum für Katholiken in China. Hongkong war einer der ersten Orte, die nach dem Ausbruch des neuen Coronavirus in Wuhan betroffen war. Auch hier ist die Krise noch nicht vorbei, wie er uns schildert.

 

Die ersten beiden bestätigten Fälle von COVID-19 gab es am 23. Januar 2020. Damals lag die Zahl der Fälle nur bei weniger als fünf pro Tag. Ab dem 10. März stieg die Zahl jedoch rasch an. Die offiziellen Daten belaufen sich auf 256 Fälle von Infektionen, von denen vier starben und 98 genesen sind. In Hongkong wurden jedoch bis zum 19. März 208 Fälle der Virusinfektion durch wiederholte Tests bestätigt. Und am 20. März wurden 48 neue Coronavirusinfektionen registriert, die größte tägliche Zahl seit Beginn der Tests. Medizinische Experten warnten, dass die Stadt aufgrund des Zustroms von aus dem Ausland zurückkehrenden Einwohnern dem höchsten Risiko eines neuen Ausbruchs ausgesetzt sein wird. Laut Professor Gabriel Leung, Dekan der medizinischen Fakultät der Universität Hongkong und Experte für den Virusausbruch, ließ die Wachsamkeit bei einigen Hongkongern nach. Die große Zahl von Hongkongern, die aus dem Ausland zurückkehren, könnte eine zweite Infektionswelle auslösen. Das chinesische Festland steht vor der gleichen Gefahr.

Betroffene in jedem Alter

Zuerst waren es die Älteren, aber jetzt sind Menschen aller Altersgruppen, insbesondere diejenigen, die reisen, von der Infektion betroffen. Medizinisches Personal und Menschen, die mit Kranken und alten Menschen zu tun haben, müssen den persönlichen Kontakt vermeiden. Es gibt bestätigte Fälle von Säuglingen, schwangeren Frauen und sogar von Haustieren. Etwa 92 Prozent der 88 neuen Fälle in den vergangenen zwei Wochen hatten einen Zusammenhang mit Auslandsreisen.

Die Regierung hat strenge Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung der Epidemie zu verhindern: Schließung von Schulen, Kirchen und öffentlichen Versammlungsorten; die Verpflichtung, zu Hause zu bleiben; das Tragen von Masken im Freien, die Kontrolle der Temperatur an öffentlichen Orten, die Bereitstellung von Informationen darüber, wie die Infektion verhindert werden kann (häufiges Händewaschen und Verwendung von Alkoholspendern) und vor Kurzem die Verhängung einer 14-tägigen Zwangsquarantäne für Neuankömmlinge aus allen Teilen der Welt. Anfang Februar gab es einen Mangel an Operationsmasken. Auch das medizinische Personal verfügte nicht über genügend Schutzausrüstung. Menschen und Behörden versuchten, Abhilfe zu schaffen. Einige Fabriken haben erfolgreich die erste Serie von Masken hergestellt.

Jeder Patient, der an COVID-19 leidet, wird in öffentlichen Krankenhäusern behandelt. Aufgrund der hohen Rate bestätigter Fälle behaupteten jedoch nur wenige öffentliche Krankenhäuser, dass alle isolierten Stationen voll belegt seien. Die Behörden und das medizinische Personal haben ihr Bestes getan, um die Kranken zu versorgen, sie zu isolieren, Medikamente zu verteilen usw. Die psychologische Angst der Menschen vor einer Ansteckung, der Schmerz, wenn Verwandte und Freunde krank und isoliert werden, und die Sorge um die finanziellen Schwierigkeiten wurden jedoch der individuellen Betreuung überlassen, ohne dass die Behörden sich wirksam darum gekümmert hätten.

Glauben und Spenden 

Die Kirchen arbeiten mit den zivilen Behörden zusammen und sagen alle Feierlichkeiten mit großen Versammlungen ab, halten die Gotteshäuser aber für persönliche Besuche und Gebete offen. Der Klerus bietet die Eucharistische Liturgie und andere Andachten online an. Der Schwerpunkt der Kirche liegt auf dem persönlichen Gebet und der Familienandacht zu Hause (wie Morgen- und Abendgebet, Bibellesen und Bibelaustausch, Rosenkranz, Kreuzweg...), um den persönlichen Glauben und die Familienzusammenführung zu vertiefen. 

Die Kirchen rufen auch zu Spenden auf und sammeln sowohl für Operationsmasken und Medikamente als auch, um Menschen in Not vor Ort und außerhalb zu helfen. Pfarreien und katholische Gymnasien haben sich an dieser Sammlung und Verteilung sowie an Reinigungsarbeiten beteiligt.

Die Nichtregierungsorganisationen scheinen sich nicht zu vernetzen, um auf ihre besondere Art und Weise den bedürftigen Menschen zu helfen.

Unsere Hoffnung im Angesicht dieser Herausforderung kommt aus dem Gefühl der starken Solidarität, das die Mehrheit der Menschen zeigt, sowie aus einem tieferen und praktisch gelebten christlichen Glauben, den die Gläubigen umsetzen.

Father Sergio Ticozzy (Hongkong)

Erzbischof Jean-Clément Jeanbart (Syrien): Unter dem Schutz der Gottesmutter

23. März 2020

Jean-Clément Jeanbart ist Erzbischof der melkitischen griechisch-katholischen Kirche von Aleppo in Syrien. Sein Land leidet schon seit Jahren unter einem verheerenden Krieg, nun kommt die Coronavirus-Pandemie noch hinzu. Aber der Erzbischof sieht sich und seine Gemeinde unter einem besonderen Schutz.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich versuche, nein, wir versuchen, unser Bestes zu tun, um den Gläubigen in ihrem geistlichen und kirchlichen Leben zu helfen, ohne dabei zu versäumen, das zu tun, was von uns verlangt wird, um die Gefahren einer drohenden Weiterverbreitung des Corona-Virus abzuwehren. Sie werden sehr gut verstehen können, dass dies heikel, ich würde sogar sagen, ein wenig kompliziert sein kann.

Wir haben soeben ziemlich strenge Richtlinien für jede gemeinschaftliche Feier erhalten. Morgen haben wir ein Treffen der Bischöfe von Aleppo, und ich hoffe, dass wir in der Lage sein werden, gemeinsame Maßnahmen in diesem Sinne zu ergreifen. In der Zwischenzeit habe ich die Gläubigen zur Besonnenheit, zum Gebet und zum Befolgen der Präventionsanweisungen des Gesundheitsministeriums aufgerufen, die zum Zuhause-Bleiben und Beachten aller Hygieneregeln aufrufen.

Ich hoffe, dass es bei Ihnen besser läuft und dass der Schutz vor dieser Krankheit mit allen Mitteln, die dem Land zur Verfügung stehen, wirksam ist. Sie werden verstehen, dass wir in der Situation des Elends, in der wir uns nach diesem Krieg befinden, vor allem auf die göttliche Barmherzigkeit zählen können, die es in den letzten Jahren jedenfalls nicht versäumt hat, uns zu schützen. Wir vertrauen auf die Mutter Gottes, die wir sehr lieben und die uns zweifellos noch viel mehr liebt.

Jean-Clément Jeanbart, Erzbischof von Aleppo (Syrien)

Father Yesumarian Lourdunathan SJ (Indien): Ins Gebet eingeschlossen

23. März 2020

Father Yesumarian Lourdunathan ist Jesuit, Anwalt und Menschenrechtsaktivist in Chennai in Indien. Er gehört der Kaste der Dalit an und damit einer sehr starkt benachteiligten und zum Teil verfolgten Gruppe innerhalb der indischen Gesellschaft. Trotzdem sorgt er sich auch um uns in Europa angesichts der Auswirkungen durch die Coronavirus-Pandemie.

 

Ich lese und höre so viel über die COVID-19-Pandemie in Europa. Wie geht es Ihnen allen?
Wie gehen die Menschen bei missio damit um und wie arbeiten sie weiter? Ich schließe Sie alle in meine Gebete mit ein. Gott möge mit uns allen sein und die Welt retten.

Die Epidemie fängt nun auch langsam in Indien an. Seit heute müssen wir eine nationale Ausgangssperre beachten, eine Vorsichtsmaßnahme. Sämtliche Bildungseinrichtungen bleiben bis zum 31. März geschlossen.

Es ist inspirierend zu wissen, wie das medizinische Personal weltweit Tag und Nacht arbeitet, um Leben zu retten. Auch für sie bete ich.

Passen Sie in dieser Zeit der Krise gut auf sich auf.

Father Yesumarian Lourdunathan SJ, Chennai (Indien)

Dr. Gregor von Fürstenberg: missio steht an der Seite der Partner

23. März 2020

Liebe Freundinnen und Freunde von missio,

der Corona-Virus ist für uns alle eine besondere Herausforderung. Bei missio bewerten wir die Lage Tag für Tag neu und ergreifen dann Maßnahmen, um dabei mitzuhelfen, dass die Infektionskurve von Corona in Deutschland so niedrig wie möglich gehalten werden kann.

Wir bei missio haben schon früh unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Hause geschickt, damit sie von dort aus mobil arbeiten können. Im Haus missio sind nur noch wenige Mitarbeitende vor Ort, die den gesamten Betrieb sicherstellen. Für sie haben wir Einzelbüros zur Verfügung gestellt. Oberstes Gebot ist, dass alle Mitarbeitende immer mindestens zwei Meter Abstand voneinander halten. Besprechungen werden jetzt in der Regel per Telefon oder Videokonferenz abgehalten. Gäste kommen nur noch ins Haus, wenn dies absolut notwendig ist.

Für unsere Spenderinnen und Spender können wir so weiterhin gut erreichbar sein. Auch mit unseren Projektpartnern der Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien können wir so in Kontakt bleiben und ihre Projektanträge bearbeiten und bewilligen.

Doch wie geht es mit der Pandemie weiter?

Wir alle wissen noch nicht, was auf uns zukommt. Menschen werden sterben. Es handelt sich mittlerweile auch um eine weltweite Pandemie. Während wir hier in Deutschland noch relativ gut vorbereitet sind, steht dem afrikanischen Kontinent und großen Teilen Asiens wohl eine noch größere Katastrophe bevor. Wir können deren Ausmaße noch gar nicht absehen.

Wir können heute noch nicht absehen was passiert, wenn es viele tausend Infizierte in Afrika geben wird. Wie lässt sich das Corona-Virus auf dem indischen Subkontinent eindämmen? Gegenwärtig erreichen uns viele besorgte E-Mails von unseren Partnern, die uns ihre Solidarität aussprechen. Sie hören in den Nachrichten von der Situation in Deutschland und denken an uns im Gebet.

Bisher erlebten wir eine solche Situation meistens unter anderen Vorzeichen. Eine Katastrophe hat unsere Partner heimgesucht und wir haben für sie gebetet und ihnen finanziell geholfen. Im Haus missio können wir zwar leider nicht mehr unseren Freitags-Hausgottesdienst halten. Gleichwohl beten wir bei missio weiter für ein Ende der weltweiten Pandemie. So können wir in Deutschland, Asien und Afrika untereinander verbunden bleiben.

Wir erleben jetzt einen einschneidenden Moment, in dem nichts mehr wie gewohnt läuft. Plötzlich haben wir auch einmal Zeit für anderes, weil wir aus dem Alltag gerissen sind. Wir wollen diese gleichsam neu gewonnene Zeit nutzen, um unsere Anliegen vor Gott zu tragen. Wir denken an unsere Projekt-Partner, unsere Freunde und ihre Familien. Wir denken an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unsere Spender und Spenderinnen und an ihre Familien.

- Dr. Gregor von Fürstenberg

Die Welt befindet sich in einem Ausnahmezustand. Diese Pandemie zeigt uns, wie heute in einer globalisierten Welt alles miteinander zusammenhängt. Es kann uns tatsächlich nicht egal sein, wenn in China der berühmte „Sack Reis umfällt“. Dies gilt im Guten, wie im Schlechten.

Wir halten am missio-Auftrag fest: Solidarität mit den Menschen im globalen Süden

So stimmt mich letzten Endes zuversichtlich: als Teil einer weltweiten Gemeinschaft der Kirche (katholisch: altgriechisch καθολικός katholikós ‚allumfassend) denken auch wir global und deshalb an alle Menschen weltweit. So wie wir uns heute über die Solidaritätsadressen aus den Partnerländern freuen, sagen wir den Menschen im Süden heute schon unsere Solidarität für morgen zu. Das ist der Auftrag von missio und daran werden wir weiter festhalten.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Dr. Gregor von Fürstenberg
Vize-Präsident von missio Aachen

Dr. Gregor von Fürstenberg ist Vize-Präsident von missio Aachen.

Father Peter Konteh (Sierra Leone): Prävention ist entscheidend

22. März 2020

Father Peter Konteh ist Direktor der Caritas in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone. Seine Arbeit wurde auch von missio schon unterstützt. Sein Land hat bereits Erfahrungen in der Bekämpfung einer anderen tödlichen Viruserkrankung machen müssen: dem Ebola-Fieber.

 

Ich hoffe, es geht Ihnen allen gut. Ich bin sicher, dass Sie alle über das Coronavirus und die Auswirkungen, die es weltweit hat, auf dem Laufenden sind.

Das Ausmaß des Ausbruchs ist weit verbreitet, und die Situation ist eine noch nie dagewesene. Glücklicherweise verstehen die Sierra Leoner die Realität einer Epidemie und die Bedeutung der Prävention.

Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis Fälle in Sierra Leone registriert werden. Es ist wichtig, ruhig und flexibel zu bleiben und sicherzustellen, dass wir dem Schutz unserer Mitarbeiter und der Gemeinden, mit denen wir zusammenarbeiten, Priorität einräumen.

Father Peter Konteh, Freetown (Sierra Leone)

Bischof Antoine Audo SJ (Syrien): Wir tun alles, was wir können

21. März 2020

missio-Partner Bischof Antoine Audo SJ aus dem syrischen Aleppo bedankt sich für die Solidarität.

 

Vielen Dank für das ganze Team von missio für die Solidarität und die Nähe in dieser schweren Zeit zu uns Syrern und insbesondere zu unseren armen Familien. Wir tun alles, was wir können, um die Menschen vor dem Corona-Virus zu bewahren und in einer Haltung der Hoffnung und Zuversicht zu bleiben. In Gemeinschaft mit unserem Herrn und Retter Jesus Christus wünsche ich Ihnen alles Gute.

Antoine Audo SJ, Bischof in Aleppo (Syrien)

Kardinal Charles Maung Bo (Myanmar): Gut planen, um den Ärmsten helfen zu können

21. März 2020

Kardinal Charles Maung Bo ist Erzbischof von Yangon in Myanmar. Auch wenn die Situation in seinem Land noch nicht dramatisch ist, so sieht er doch die Gefahr, die vom Coronavirus ausgeht. Für ihn sind deshalb Planung und Zusammenarbeit die wichtigsten Mittel im Kampf gegen die Epidemie.

 

Myanmar blieb bisher von einer hohen Zahl erkrankter Menschen verschont. Bisher gab es nur vereinzelte Fälle, die offiziell bekannt gegeben wurden, und selbst die waren alle negativ. Es gab auch keine Todesfälle durch COVID-19. Die Regierung beobachtet die Situation sehr genau und hat Schritte eingeleitet, um gesellschaftliche Distanz zu wahren, wie Schulschließungen oder Kontrollen bei Versammlungen.

Myanmar ist ein sehr armes Land und die Tagelöhner wird es am stärksten treffen. Die Textilarbeiter wurden bereits freigestellt, sie gehören zu den Ärmsten innerhalb der Bevölkerung. Tausende sehen sich mit der trostlosen Aussicht auf Lebensmittelknappheit und mehr konfrontiert.

Die Regierung hat Diagnostik- und Behandlungszentren installiert. Dankenswerterweise sind die Fallzahlen noch nicht hoch. So kann nun jeder, der an COVID-19 leidet, diese Einrichtungen aufsuchen. Im ungünstigen Falle einer Ausbreitung der Krankheit könnte es hier zu großen Herausforderungen kommen. Die Regierung kann auf Hilfe aus China hoffen, die diese Herausforderung so langsam gemeistert zu haben scheinen.

Es gab keine Vernetzung von Nichtregierungsorganisationen. Viele von ihnen sind wahrscheinlich nicht in der Lage, alle Menschen zu erreichen. Dies liegt nun ausschließlich in der Verantwortung der Regierung. Sie hat auch die Industrie dazu aufgefordert, die Werke geöffnet zu lassen, um den Menschen weiterhin Arbeit zu geben. Das betrifft auch ausländische Unternehmen, insbesondere koreanische und chinesische.

Zusammenarbeit ist entscheidend

Karuna plant noch seine Reaktion auf diese Situation – die Armen werden Unterstützung bei der Nahrung brauchen, aber die Logistik ist kompliziert und die Anzahl der Notleidenden hat stark zugenommen durch die Einschränkungen aufgrund von COVID-19. Die Kirche und Karuna können die am meisten Verletzlichen in unserer Gesellschaft mit ihrer Nahrungsmittelhilfe erreichen. Aber wir müssen dabei mit der Regierung zusammenarbeiten.

Die Notstandssituation entwickelt sich langsam. Wir müssen mehr planen. Unsere Hoffnung ist das Netzwerk der internationalen Caritas. Auch die lokalen Geschäfte, denn die Menschen helfen gerne. Wenn dieser Plan erst einmal steht, können wir um Unterstützung durch unsere Partner bitten.

Kardinal Charles Maung Bo, Erzbischof von Yangon (Myanmar)

Kardinal Charles Maung Bo ist Erzbischof von Yangon in Myanmar. Auch wenn die Situation in seinem Land noch nicht dramatisch ist, so sieht er doch die Gefahr, die vom Coronavirus ausgeht. Für ihn sind deshalb Planung und Zusammenarbeit die wichtigsten Mittel im Kampf gegen die Epidemie. Foto: missio
Kardinal Charles Maung Bo ist Erzbischof von Yangon in Myanmar. Auch wenn die Situation in seinem Land noch nicht dramatisch ist, so sieht er doch die Gefahr, die vom Coronavirus ausgeht. Für ihn sind deshalb Planung und Zusammenarbeit die wichtigsten Mittel im Kampf gegen die Epidemie.

Erzbischof Joseph Arshad (Pakistan): Zeit des Gebets

20. März 2020

Unser missio-Partner Joseph Arshad ist Bischof von Islamabad-Rawalpindi in Pakistan. Er ist für uns vor allem Ansprechpartner für die Situation der Christen in dem asiatischen Land und für den interreligiösen Dialog mit den Muslimen. Im Zuge der Corona-Krise ruft er heute zu einem Tag des gemeinsamen Gebets und Fastens auf.

 

In diesem Moment des Schmerzes und der Not lade ich alle Gläubigen der Diözese Islamabad-Rawalpindi ein, am Freitag, den 20. März 2020, einen Tag des Gebets und des Fastens einzulegen, um der Bedrohung durch COVID-19 entgegenzuwirken. Wir werden insbesondere für diejenigen beten, die infiziert sind, für das Gelingen der Bemühungen der Behörden, für diejenigen, die im medizinischen und wissenschaftlichen Bereich arbeiten und versuchen, das Virus zu bekämpfen, und für alle, die sich verängstigt fühlen, damit der allmächtige und barmherzig Gott allen Kraft, Trost und Heilung spendet.

Eine Stütze in der Krise

Während die Welt heute mit dem gefährlichen Virus konfrontiert ist, von dem verschiedene Länder betroffen sind, möchte ich denjenigen, die am Coronavirus erkrankt sind, und dem Gesundheitspersonal, das sich um sie kümmert, meine Verbundenheit zum Ausdruck bringen. Die Geschichte zeugt davon, dass die Kirche jedes Mal, wenn die Menschheit durch eine Naturkatastrophe oder eine von Menschen verursachte Katastrophe herausgefordert wurde, den bedürftigen Menschen zu Seite stand. Das Leiden der Menschheit ist die eigentliche christliche Berufung. Besonders in der Fastenzeit sorgen wir uns noch mehr um die Menschen, und in der gegenwärtigen Situation ermutige ich alle, zu beten und im Dienst der Menschen zu stehen, die unter der Krankheit leiden.

Joseph Arshad, Bischof von Islamabad-Rawalpindi (Pakistan)

Erzbischof Joseph Arshad aus der Diözese Islamabad-Rawalpindi (Pakistan) Foto: Hartmut Schwarzbach / missio
Erzbischof Joseph Arshad aus der Diözese Islamabad-Rawalpindi (Pakistan)

Rosemarie L. Dizon (Philippinen): Den Armen helfen und auf Gott vertrauen

20. März 2020

Unsere missio-Partnerin Rosemarie L. Dizon arbeitet für die Organisation ANCE in Cebu auf der philippinischen Insel Mindanao. Dort engagiert sie sich im Kampf gegen den Missbrauch von Kindern, besonders über das Internet. Sie sieht neben dem Coronavirus noch eine weitere Gefahr für die Menschen, die sie unterstützt.

 

Auch hier auf den Philippinen sind die kleinen Unternehmen stark betroffen, und die Regierung hat eine Ausgangssperre vehängt, damit die Menschen zu Hause bleiben. Der öffentliche Verkehr wird eingeschränkt, und wir bedauern die Fahrer, Arbeiter und Tagelöhner, die in Hotels als Reinigungs- oder Waschpersonal beschäftigt sind, und gebeten wurden, unbezahlten Urlaub zu nehmen. Eine unserer Kindergärtnerinnen, deren Brüder alle als Helfer in Hotels arbeiten, erzählte uns, dass ihr Neffe, ein einjähriger Junge, einmal ein anderes Baby sah, das Milch bekam, und er weinte, weil er tagelang keine Milch hatte. Die Mutter gab ihm seine Flasche mit Wasser, und als der Junge an der Flasche saugte, weinte er umso mehr.

Mehr Angst vor dem Verhungern

Unsere Partnerfamilien, wie die Familien im Hafen, die so sehr von dem Hafenbetrieb abhängig sind, haben eine sehr schwierige Zeit, weil keine Fahrten mehr stattfinden – von und nach Cebu. Sie verkaufen Lebensmittel an die Passagiere und andere Dinge, und all das fällt nun weg. Sie sagten, dass die Maßnahmen der Regierung sie am meisten treffen, weil sie auf zweierlei Weise betroffen sind: von der Bedrohung durch COVID-19 und die Gefahr, zu verhungern. Sie sagten, sie würden sich tatsächlich lieber für das Coronavirus entscheiden, anstatt an Hunger zu sterben, was eindeutig langsamer geschieht. Bis heute gibt es für sie keine Nahrungsmittelhilfe von der Regierung, und so müssen sie manchmal auf Mahlzeiten verzichten. Dies geschieht auch bei unseren Partnern. Die älteren Menschen leben bei ihren Familien, die meisten von ihnen sind auch hungrig, weil sie, genau wie unsere Partner, alle arm sind. Unsere Kommunikation findet von Angesicht zu Angesicht statt - arme Menschen haben keine Telefone, sie haben Mobiltelefone, aber die müssen geladen werden. Unsere Häuser liegen so nahe beieinander, und es gibt keinen wie auch immer gearteten Zaun, der die Häuser trennt, so dass die Kommunikation leicht möglich ist. Normalerweise teilen sie das wenige Essen, das sie haben, mit ihren Nachbarn, aber in dieser Situation, in der die Arbeit eingestellt wird, ist es sehr schwierig, zu teilen. Unsere armen Kinder bleiben kaum zu Hause, weil sie auf der Straße betteln. Die reichen Kinder bleiben zu Hause. Die armen Kinder spielen auch in ihrer gewohnten Umgebung. Es ist sehr schwer für die armen Kinder, zu Hause zu sein, weil es dort nichts gibt, was sie dort halten könnte: Keine Unterhaltung, keine Bücher, kein Spielzeug und keine Spiele im Gegensatz zu den reichen Leuten. Auch das Reisen ist eingeschränkt. Auch die Arbeitszeit wird reduziert.

Das Wenige teilen

Die von dieser Krise am meisten betroffenen Menschen sind in Wirklichkeit die armen Familien, die Arbeitslosen oder diejenigen, die eine Gelegenheitsarbeit verrichten, wie z.B. Motorrad- oder Jeepney-Fahrer oder diejenigen, die als Gepäckträger und Verkäufer arbeiten. Den Verkäufern wird Zeit gegeben, ihre Waren zu transportieren, und es gibt weniger Kunden, weil ihre Kunden ebenfalls arm sind und kein Geld mehr zum Ausgeben haben. Unsere Partner teilen mit, dass die Reichen in Panik kaufen, aber sie, die Armen, könnten nur in Panik geraten, weil sie nicht kaufen können, da sie kein Geld haben. Ich persönlich habe 10 Prozent meines Gehalts geteilt und es für ein Kilo Reis an die Jeepney-Fahrer weitergegeben. Für die Armen ist Reis genug, und wir können ohne Fleisch und Lebensmittel auskommen, solange es Reis gibt. ANCE gibt zwei Kilo Reis an unsere Partnerfamilien, die stark betroffen sind, weil sie ebenfalls sehr arm sind - Carreta, Lorega, Subangdaku, Negative barrio (dies ist ein Dorf von geheilten Leprakranken), Inayawan Deponie und Talisay. Wir nehmen die Mittel aus den ANCE-Ersparnissen von Pater Max, der sein Gehalt an ANCE spendet, und unserem Honorar. Wir versuchten, ihnen zu helfen, indem wir ihnen weiterhin in einer Gruppe von fünf Personen zuhören (Bibelaustausch), denn in Zeiten wie diesen ist Solidarität sinnvoller. Wir wissen, dass wir nicht in Gruppen sein sollten, und so praktizieren wir beim Teilen soziale Distanzierung. Außerdem sind die Interaktionen der armen Menschen meist untereinander und haben keine Reisegeschichte oder Kontakt zu den Menschen, die in die COVID-19-Gebiete gereist sind. Wir wussten, dass diese Argumentation politisch weniger korrekt ist, aber sie sind zuversichtlich, dass sie nicht mit dem Virus infiziert werden. Sie werden an Hunger und nicht an einem Virus sterben. Die eigentliche Herausforderung für unser Volk besteht darin, wie es überleben kann, wenn man ihm seine Lebensgrundlage und Einkommensquelle entzieht. Eine weitere Herausforderung sind ihre Rechnungen, zum Beispiel für Elektrizität, und die Frage, woher sie Geld für den Kauf von Wasser zum Trinken und Waschen nehmen sollen. Sie kaufen täglich Wasser, da sie sich keinen Wasseranschluss leisten können. Es gibt einen Plan der Regierung, die monatlichen Gebühren für die Dienstleistungen aufzuschieben, und ihr Problem besteht darin, dass sich die Zahlung anhäufen würde und das noch mehr, wenn sie gar nicht bezahlen können.

Wir setzen die Speisung fort, und die Partner sind sehr froh, dass wir dies nicht wegen des CORONA-Virus gestoppt haben. Die Speisung hilft den Familien tatsächlich.

Besinnung auf das Wichtigste

Genau wie unsere Partner gibt uns unser Glaube an Gott die Kraft, uns der Herausforderung zu stellen und alles zu tun, was wir tun können, um uns zu schützen und denen zu helfen, die in Not sind - die Nahrung brauchen. Wir glauben, dass Jesus Christus dies zulässt, weil die Menschen auch in der Karwoche so viel Wert auf Freizeit und den Besitz von materiellen Dingen gelegt haben. Wenn man bedenkt, dass diese Bedrohung und Krankheit in dieser Fastenzeit geschieht, dann lenkt Gott vielleicht unsere Aufmerksamkeit darauf, dass wir uns mehr auf das Notwendige, auf das Wichtigste konzentrieren müssen, nämlich auf die Fürsorge für die Betroffenen und Bedürftigen und auf soziale Gerechtigkeit und soziale Verantwortung. Hier in unserem Land geben diejenigen, die es sich leisten können, den Ärzten Lebensmittel und andere Dinge, um sie zu schützen und zu ermutigen. Eine lokale Regierung in Luzon gibt ihren armen Wählern Nahrungsmittelhilfe. Es wäre sehr gut, wenn sich andere Kommunalverwaltungen um die Armen kümmern und ihnen Lebensmittel und andere Leistungen zukommen lassen würden. Wir können nur hoffen und beten, dass auch die Ärmsten der Armen versorgt werden.  Die andere Sache, die uns stärkt, ist die Sorge unserer Partner, die sehr weit weg sind und mit uns teilen, was Sie für die älteren Menschen getan haben. Es ist sehr inspirierend und etwas, das wir aus Mangel an Mitteln nur schwer tun können.

Vielen Dank für die Sorge und bleiben Sie gesund. Gott segne Sie. Wir vertrauen darauf, dass Gott uns retten wird.

Rosemarie L. Dizon, Mindanao (Philippinen)

Rosemarie L. Dizon mit Sozialarbeiterin Joy L. Asombrado unterwegs im Lorega Slum (Cebu/Philippinen) Foto: Hartmut Schwarzbach / missio
Rosemarie L. Dizon und Sozialarbeiterin Joy L. Asombrado sind unterwegs im Lorega Slum: In den Armenvierteln ist Cybersex weit verbreitet. In einigen Gegenden prostituiert sich jede dritte Frau, oft sind Kinder und Babys an den Shows für Pädophile beteiligt. Die beiden Frauen kämpfen gegen Kindesmissbrauch und betreiben Aufklärungsarbeit.

Pater Louie Albert SJ (Indien): Das Corona-Virus kann sich in Indien schnell ausbreiten

19. März 2020

Pater Louie Albert SJ ist Regionaldirektor des Jesuit Refugee Service Südasien mit Sitz in Neu-Dehli in Indien. Hier berichtet er über die Lage in dem größten asiatischen Land:

 

In Indien sind offiziell 147 Corona-Fälle gemeldet und drei Menschen sind gestorben. Die meisten von ihnen hatten sich auf Reisen angesteckt und kommen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Die Regierung hat außer häufigen Warnungen und Ankündigungen aber bisher wenig Konkretes getan. Es wird erwartet, dass der Premierminister heute (19. März) eine Ansprache an die Nation hält. Viele Züge fahren nicht mehr, Bildungseinrichtungen sind bis Ende März geschlossen.

Viele arme Menschen werden betroffen sein

Die Gesundheits- und Hygienesituation in Indien sehr sehr schlecht. Die Menschen müssen sich zwischen viel Schmutz und Abfall bewegen. Wenn die Regierung nicht strenger, stärker und kontinuierlicher handelt, kann sich das ansteckende Virus schnell ausbreiten. Viele arme Menschen werden davon betroffen sein.

Diejenigen, die in der Schattenwirtschaft arbeiten oder auf tägliche kleine Jobs angewiesen sind, werden am meisten leiden, weil sie keine Arbeit mehr bekommen. Auch die Flüchtlinge finden dann keine Arbeit mehr.

In dieser Zeit der Prüfung und des tragischen Moments in der Geschichte der Menschheit aufgrund des Ausbruchs von Corona sind Sie von missio und Ihre Familienmitglieder in meinen Gedanken und Gebeten. 

Ich bete weiterhin für alle Opfer des Corona-Virus in der ganzen Welt.

Mit dem Glauben an Gott und unsere Wissenschaftler werden die Menschen eine geeignete und nachhaltige Lösung gegen die Verbreitung des Virus finden. Dies ist der Zeitpunkt, an dem wir alle unsere Prinzipien, Werte und unsere gemeinsame Verantwortung füreinander wirklich leben müssen.

Ich versichere sie nochmals meiner Gebete und Gedanken. Bitte passen sich gut auf sich auf.

Möge Gott mit uns sein und uns stärken.

Pater Louie Albert SJ, Neu-Delhi (Indien)

Father Sebastiano D'Ambra (Philippinen): Auf Mindanao ist die Situation sehr kritisch

19. März 2020

Father Sebastiano D’Ambra ist missio-Projektpartner und Leiter der Silsilah-Bewegung auf der philippinischen Insel Mindanao. Er berichtet über die Lage aus Zamboango folgendes:

 

Die Situation jetzt ist sehr kritisch. Keine Flugzeuge. Keine Transporte. Keine Arbeit. Keine Schule, keine religiösen Feiern und so weiter.

Die Regierung tut viel, aber die Krankenhäuser sind nicht für diesen Notfall ausgerüstet. Die Menschen können nicht arbeiten. Die Armen haben keine Nahrung und die Situation wird sich in den nächsten Wochen verschärfen. Die verschiedenen Diözesen reagieren auf die Lage unterschiedlich. Aber es gibt keine richtige Koordination, weil niemand auf dieses Problem eine richtige Antwort geben kann.

Wo wir Kindergärten haben, helfen wir allen

Wir mit Silsilah in Zamboanga tun unser Bestes. In Anbetracht unserer begrenzten Ressourcen planen wir, an einigen wenigen Orten, an denen wir mit in unseren Kindergärten in den ärmsten Gegenden der Stadt präsent sind, ein wenig zu helfen. Wir helfen auch dem Krankenhaus in Zamboanga, indem wir 30 Patienten aus der Abteilung für psychisch kranke Menschen in einem Dorf unterbringen, wo wir uns um sie kümmern.

Wir möchten mehr tun, wenn wir Unterstützung bekommen.

Ich habe eine ähnliche Situation während der bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen 2013 erlebt. Aber das ist ein anderer Krieg, er ist gefährlicher.

Danke an missio-Förderinnen und Förderer

Danke, dass Sie und die Fördererinnen und Förderer von missio uns in dieser Situation Aufmerksamkeit schenken. Die besten Wünsche gehen auch an Sie in Deutschland. Im Gebet sind wir vereint, Ihr

Pater Sebastiano D'Ambra, Mindanao (Philippinen)

Foto: Hartmut Schwarzbach / missio
Der italienische Priester Fr. Sebastiano D'Ambra PIME ist einer der wenigen Ausländer in Zamboanga. Trotz hoher Lebensgefahr und Drohungen der Abu Sayyaf führt er sein Lebenswerk Silsilah Dialogue Movement unbeirrt fort. Das von missio unterstützte Silsilah Dialogue Movement fördert den interreligiösen Dialog mit der moslemischen Bevölkerung.

Corona-Pandemie: missio arbeitet weiter

18. März 2020

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Spenderinnen und Spender von missio,

missio ist auch angesichts der Corona-Pandemie weiter für Sie und Euch da. Für uns ist es unter diesen veränderten Bedingungen erstens wichtig, dass wir weiterhin in Solidarität für und mit unseren Partnern in Afrika, Asien und Ozeanien arbeiten können, die ebenfalls unter der Pandemie leiden. Gleichzeitig wollen wir auch für Sie und Euch, liebe Freundinnen und Freunde von missio, Ansprechpartner in Deutschland für unsere gemeinsame weltkirchliche Solidarität bleiben. Deshalb arbeiten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überwiegend von zu Hause aus und sind für Sie da. Wir bitten um und danken für ihr Verständnis, wenn es zu Verzögerungen kommen sollte. Bleiben Sie alle gesund!

Mit besten Grüßen
Ihr

Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen

Solidaritätsfond

Hilfe für Corona-Opfer

missio hat einen Solidaritätsfonds angelegt, um den von Corona am stärksten betroffenen Partnerinnen und Partnern in Asien, Afrika und Ozeanien schnell und unbürokratisch helfen zu können. Das Ziel: Sie sollen gerade in dieser schwierigen Zeit den leidenden Menschen zur Seite stehen und helfen können.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!


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